Expertenbericht zum UN-Sondergipfel Die Welt braucht einen Klimavertrag

"Wie sich die größten Städte entwickeln, wird entscheidend für den künftigen Pfad der Weltwirtschaft und des Klimas", heißt es in dem Report. "Doch ein großer Teil städtischen Wachstums passiert ungeplant und unstrukturiert." Dabei ließen sich hier bis 2030 allein drei Milliarden Dollar an Infrastruktur-Kosten sparen - mit mehr Planung. Und die Emissionen würden fallen.

Die Botschaft an Staatschefs und Minister, die kommende Woche in New York eintrudeln, ist klar: Die Welt braucht einen Klimavertrag - und basierend darauf einen radikales Kurswechsel zum grünen Wirtschaften. So plädieren die Experten dafür, alle Subventionen für fossile Energie, jährlich rund 600 Milliarden Dollar, abzuschaffen. Stattdessen brauche es einen "starken und vorhersehbaren Preis für Kohlenstoffe", wirbt der Bericht.

"Der angebliche Zielkonflikt entpuppt sich als Mythos"

"Entscheidend ist, dass CO₂ einen Preis bekommt", sagt auch Ottmar Edenhofer, Chefvolkswirt des Potsdam-Instituts für Klimafolgenschätzung, selbst einer der wissenschaftlichen Berater der Calderón-Kommission. "Dann hätten Investoren verlässliche Bedingungen, um Innovationen in klimafreundlichen Technologien voranzutreiben."

Verlässlichkeit ist auch einer der Schlüsselbegriffe des Berichts. "In sich stimmige, glaubhafte, langfristige politische Signale sind unabdingbar", schreibt der Expertenzirkel. Letztendlich würden dadurch Investoren ermutigt, in den Wandel zu investieren. Das wiederum mache ihn billiger.

"Der angebliche Zielkonflikt zwischen Wirtschaftswachstum, Versorgungssicherheit und Klimaschutz entpuppt sich als Mythos", sagt Deutsche-Bank-Manager Caio Koch-Weser, einer der 24 Experten in Calderóns Kommission. "Alle drei Ziele können erreicht werden, wenn es gelingt, verlässliche politische Rahmenbedingungen zu schaffen, nachhaltige Investitionen zu tätigen und Anreize für Innovationen zu setzen."

Zehn Punkte legt die Kommission nun als Aktionsprogramm vor. Mindestens die Hälfte der Emissionen, die bis 2030 global eingespart werden müssen, ließen sich so vermeiden, wirbt sie. Wenn es ganz gut läuft sogar 90 Prozent. Beschließen müssten das 194 Staaten in 15 Monaten - bei der alles entscheidenden Klimakonferenz in Paris.