Euro-Krise Frankreich vor Entzug der Top-Bonität

Adieu Triple-A: Frankreich verliert wohl seine Bestnote für die Kreditwürdigkeit. Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte nach Angaben aus französischen Regierungskreisen die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone herab. Auch Österreich soll herabgestuft werden. An den Börsen reagieren Anleger hektisch.

Frankreich verliert Medienberichten zufolge wegen der Schuldenkrise bei der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) seine Bonitäts-Bestnote AAA. Das berichteten mehrere französische Fernsehsender unter Berufung auf Pariser Regierungskreise.

Deutschland als weiteres Land mit der Bestnote AAA entgehe einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit, hieß es in EU-Kreisen. Auch die Niederlande, Luxemburg und Belgien sollen demnach ihre bisherigen Noten behalten.

Allerdings ist Deutschland offenbar schon bald das einzige große Euroland mit einer Topbonität: Neben Frankreich droht auch Österreich seine Note AAA zu verlieren, schreibt die Financial Times am Freitag unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten Amtsträger. Das würde den Druck auf Europa in der Schuldenkrise noch erhöhen. Je schlechter die Kreditwürdigkeit ist, desto schwerer und teurer wird es für Europas Staaten, sich Geld am Kapitalmarkt zu leihen.

An den Börsen sackten die Kurse ab: Der Dax brach um mehr als zwei Prozent ein, der Euro rutschte bis auf 1,2687 Dollar ab und lag damit gut zwei US-Cent unter seinem Tageshoch.

Auch an der Wall Street ging es abwärts: Nach seinem Fünfmonatshoch vom Vortag sanken der Dow Jones um knapp ein Prozent.