Hilfen für Griechenland, Mittel für den Euro-Rettungsschirm - aus Sicht des Bundesverfassungsgerichts ist das alles rechtens. Die drei Verfassungsbeschwerden von Euro-Kritikern bleiben damit weitgehend erfolglos, die Klagen werden abgewiesen. Doch eine Forderung haben die Karlsruher Richter.
Die deutschen Griechenland-Hilfen und die Beteiligung Deutschlands am Euro-Rettungsschirm EFSF sind verfassungskonform. Das Bundesverfassungsgericht wies am Mittwoch in Karlsruhe Klagen mehrerer Professoren und Bundestagsabgeordneter ab.
Bundesverfassungsgericht Griechenland-Hilfe gebilligt
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Die Euro-Skeptiker hatten argumentiert, die Bundesregierung habe bei den Beschlüssen zu Griechenland-Hilfe und EFSF Rechte des Bundestages missachtet. "Der Bundestag hat durch die Verabschiedung dieser Gesetze weder sein Budgetrecht noch die Haushaltsautonomie zukünftiger Bundestage in verfassungsrechtlich unzulässiger Weise beeinträchtigt", sagte Verfassungsgerichtspräsident Andreas Voßkuhle bei der Urteilsverkündung.
Der Euro stieg unmittelbar nach dem Urteil auf ein Tageshoch von 1,4148 Dollar, fiel dann aber wieder auf ein Niveau von rund 1,4055 Dollar.
Drei Pilotverfahren
Voßkuhle betonte aber, der Haushaltsausschuss des Parlaments müsse vor Übernahme von Verpflichtungen vorab zustimmen. Zudem dürfe der Bundestag keine Gesetze verabschieden, durch die er sich selbst entmachte und seiner Rechte beraube, sagte Voßkuhle.
"Als Repräsentanten des Volkes müssen die gewählten Abgeordneten des Deutschen Bundestages auch im Rahmen der Europäischen Union die Kontrolle über grundlegende haushaltspolitische Entscheidungen behalten."
Der Zweite Senat des Verfassungsgerichts hatte sich von den ursprünglich über 50 Verfassungsbeschwerden gegen Finanzhilfen und EFSF drei als Pilotverfahren ausgewählt (Az. 2 BvR 987/10, 2 BvR 1485/10, 2 BvR 1099/10). Die Kläger warfen der Bundesregierung Verfassungsbruch und Verstöße gegen europäisches Recht vor.
Das Parlament sei bei der Rettung Griechenlands übergangen worden; und mit dem rund 500 Milliarden Euro schweren Paket verwandle sich die Europäische Union in eine Haftungs- und Transferunion, argumentierten sie in der mündlichen Verhandlung des Gerichts im Juli.
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(sueddeutsche.de/hgn/gba)
Harte Kritik des Bayern-Präsidenten
"Manche stehen halt auf Diktatur ..."
Demokratie ist immer die Diktatur der Andersdenkenden. ;-)
dww
Monika Hermanns, Herbert Landau, Gertrude Lübbe-Wolff, Udo Di Fabio, Andreas Voßkuhle, Rudolf Mellinghoff, Michael Gerhardt, Peter Huber - man wird sich diese acht Namen für das Volkstribunal in zwei Jahren merken müssen: Es war diese Gurkentruppe, die das höchste deutsche Gericht auf den Tag genau nach 60 Jahren als unabhängige Instanz abgeschafft hat. Die Strafe dafür wird von historischem Ausmaß sein.
Manche stehen halt auf Diktatur, dann braucht man selber nicht mehr denken.
"die Gewinne bleiben schön in privater Hand, während die Risiken und Verluste dem Volk aufgebürdet werden."
In der Tat. Was für die wirtschaftlichen Kennzahlen im Kapitalismus gut ist, ist leider nur manchmal auch gut für das Wohl der Bevölkerung.
Da passt mein Beispiel aus der Betriebswirtschaft nicht.
dww
http://www.heise.de/tp/artikel/7/7220/1.html
Auszug aus den Papieren der 90er zeigen dies deutlich.
Paging