Erfolgreicher Schuldenrückkauf Standard & Poor's setzt Griechenlands Rating um sechs Stufen hoch

Endlich gute Noten von einer Ratingagentur: Standard & Poor's hat die Bewertung für Griechenland kräftig erhöht - um sechs Stufen. Damit würdigt die Agentur die neuen Hilfszusagen der Euro-Gruppe und das erfolgreiche Schuldenrückkauf-Programm der Regierung in Athen. Freuen darf sich darüber auch ein Hedgefonds in den USA.

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat Griechenlands Kreditwürdigkeit um sechs Stufen auf die Wertung "B-" angehoben. Wegen des griechischen Rückkaufs von Schulden bei Privatinvestoren hatte die Agentur das Land kürzlich auf "teilweisen Zahlungsausfall" (selective default) zurückgestuft. Die Agentur sprach zugleich von einem stabilen Ausblick für das neue Rating.

Zur Begründung erklärte S&P, ihrer Meinung nach sei die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion fest entschlossen, Griechenland in der Eurozone zu behalten. Ferner verwiesen sie auf die Sparanstrengungen der Regierung in Athen.

Die Euro-Partner hatten Griechenland am Montag die nächste Tranche der Notkredite überwiesen. Die insgesamt 34,3 Milliarden Euro Die insgesamt 34,3 MIlliarden Euro sollen nach Angaben aus Regierungskreisen in Athen in diesen Tagen ausgezahlt werden. Nach einer am Montag überwiesenen ersten Tranche von sieben Milliarden Euro sollen 11,3 Milliarden Euro für den Rückkauf von Staatsschulden überwiesen werden, sagte ein Regierungsvertreter. Weitere 16 Milliarden Euro würden für die Rekapitalisierung von Banken des hoch verschuldeten Landes erwartet.

Griechenland hatte mit dem geglückten Schuldenrückkauf den Weg für die neuen Hilfsmilliarden freigemacht. Mit dem Rückkauf von alten Staatsanleihen reduzierte Athen seine Schuldenlast auf einen Schlag um etwa 20 Milliarden Euro. Viele Anleger wollten ihre Papiere, deren Wert in den vergangenen Jahren rasant gesunken war, zu akzeptablen Preisen von 30 bis 40 Prozent des Nennwertes zurückgeben.

Aber nicht nur der griechische Staat selbst hat von den jüngsten Entwicklungen profitiert, auch Finanzinvestoren profitieren von den Rettungsmaßnahmen der internationalen Geldgeber: Wie die Financial Times berichtet, hat der Investmentfonds Third Point mit Wetten auf Griechenlands Verbleib in der Euro-Zone 500 Millionen Euro verdient. Im Zuge des jetzigen Rückkaufprogramms habe sich der Fonds, hinter dem der US-Investor Dan Loeb steht, von griechischen Staatsanleihen getrennt, die erst einige Monate vorher aufgekauft worden waren. Wie es in dem Bericht heißt, sei Third Point damit einer der wenigen Hedgefonds, die von der Euro-Krise profitiert hätten. Loeb ist bekannt für seine offensive Art. Er griff schon Yahoo-Chef Scott Thompson wegen dessen Qualifikation öffentlich an. Auch an der Internet-Firma hält Loeb Anteile. Kurz darauf musste Thompson gehen.

Der Internationale Bankenverband IIF erklärte unterdessen, trotz der teilweise an Griechenland ausgezahlten Kredite der internationalen Gläubiger gebe es nach wie vor beträchtliche Risiken. Das griechische Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr voraussichtlich um vier bis fünf Prozent zurückgehen, außerdem würden neue Sparmaßnahmen den sozialen Zusammenhalt in Frage stellen.