Erdöl-Förderung Obama-Regierung erlaubt Shell Öl-Bohrung in Alaska

Bohrinsel des Shell-Konzerns: Jetzt hat er die Genehmigung.

(Foto: AP)
  • Die US-Regierung erlaubt Shell wieder Öl-Bohrungen in Alaska.
  • Der Konzern musste die Gewinnung 2012 wegen Pannen unterbrechen, um eine neue Genehmigung wurde lange gerungen.
  • Umweltschützer kritisierten die Bohrungen scharf.

Nach mehr als 20 Jahren darf der Mineralölkonzern Shell vor Alaska wieder nach Öl bohren. Das US-Innenministerium erteilte am Montag eine entsprechende Genehmigung. Sie erlaubt es Shell, in der ölreichen Tschuktschensee vor der Nordwest-Küste Alaskas unterhalb des Meeresbodens zu bohren.

Der britisch-niederländische Konzern musste dafür eine spezielle Sicherheitsausrüstung anschaffen, die mögliche Lecks verhindern soll. Zuvor hatte Shell bereits die Genehmigung erhalten, in der Tschuktschensee in höheren Ebenen nach Öl zu bohren.

Ist im Fall eines Lecks eine Katastrophe zu vermeiden?

Umweltschutzgruppen kritisieren das Arktisprojekt scharf. Sie befürchten, dass das sensible Ökosystem der Region dadurch gefährdet wird. Polarbären, Walrosse, Robben und Wale seien durch Klimawandel und das schmelzende Seeeis im Sommer ohnehin anfällig, kritisieren Experten. Im Falle eines Lecks sei es unmöglich, rasch ausreichend Technik in die Region zu schaffen, um eine Umweltkatastrophe zu verhindern, argumentieren sie. Um die Genehmigung für das umstrittene Vorhaben war jahrelang gerungen worden.

Im April hatten Greenpeace-Aktivisten die Ölbohrinsel Polar Pioneer gekapert, die für Shell in der Arktis vor der Küste Alaska nach Öl suchen soll. Unter dem eiskalten Wasser in der Arktis vermuten Forscher riesige Ölquellen. Laut Schätzungen liegen dort etwa 30 Prozent des bislang unentdeckten Erdgases und 13 Prozent des Öls.

Shell hatte sein Ölbohr-Programm dort 2012 nach einer Reihe von Pannen unterbrochen. Damals war die Bohrinsel Kulluk, die vor der Küste Alaskas für Shell nach Öl suchen sollte, auf Grund gelaufen. Shell wollte sie während der Zeit der Winterstürme zu Instandhaltungsarbeiten nach Seattle verlegen. In der tosenden See riss sich das Schiff los und strandete vier Tage später in der Nähe der Kodiak-Inseln. Die Küstenwache musste die 18 Arbeiter evakuieren.

Es war Glück, dass kein Diesel auslief

Dass die mehr als 500 000 Liter Diesel an Bord nicht ausliefen, war Glück. Die Behörden untersagten Shell die Arktisbohrungen vorübergehend, weil das Unternehmen keine ausreichenden Vorkehrungen für Unfälle getroffen habe. Shell hat in den ersten Versuch in der Arktis bereits mehrere Milliarden Dollar gesteckt, aber noch keine Tropfen Öl gefördert. Wegen Rechtsstreitigkeiten nach dem Kulluk-Unfall hat Shell den neuen Anlauf verschoben.

Jetzt will Shell es mit zwei Bohrplattformen noch einmal versuchen, eine davon ist die Polar Pioneer. Die Genehmigung wurde jetzt erteilt, nachdem ein Eisbrecher repariert wurde, mit dem das Unternehmen im Katastrophenfall Notfallausrüstung an die Förderstelle bringen will.

Greenpeace-Aktivisten gegen Shell

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