Wer heute im Supermarkt einkauft, muss für Billigware nicht mehr beim Discounter halten - spritsparendes One-Stop-Shopping. Begleitet wurde der für den stockkonservativen Einzelhandel radikale Wandel durch umfangreiche Marketingaktivitäten. So startet beispielsweise die SB-Warenhauskette Real zum Jahresbeginn unter dem Slogan "Das beste Jahr Ihres Lebens" ein gigantisches Gewinnspiel, in das die Tochter der Metro Group einen zweistelligen Millionenbetrag investiert. Die Aktion wird auch im Fernsehen beworben, die Kampagne stammt von der renommierten Kreativagentur "Zum goldenen Hirschen".
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Da den Discountern Wachstum auf Kosten anderer Vertriebsformen vorerst verwehrt bleibt, fallen sie übereinander her. "Der Wettbewerb unter den Discountern ist viel härter geworden", analysiert der GfK-Forscher Wolfgang Twardawa. Um seinen Nimbus, immer der Billigste zu sein, zu verteidigen, senkte Aldi fortlaufend die Preise und zog das ganze Segment nach unten. Nach dem Discounter Plus, der in der zur Edeka gehörenden Marke Netto aufging, könnte Penny das nächste Opfer des gnadenlosen Konkurrenzkampfes sein. Eigentlich wollte Penny mit neuem Konzept und frischer Werbung seinen Ruf als profillose Schmuddelkette loswerden und zur Spitze aufschließen - übrig blieben rote Zahlen, die Unternehmensboss Armin Rehberg den Job kosteten.
Inzwischen denkt Alain Caparros, Chef der Rewe Group, zu der Penny gehört, öffentlich über die Zukunft des Discounters nach. Die könnte düster ausfallen, denn ein strategischer Ausweg aus dem Dilemma ist nicht in Sicht. Ausländische Investoren werden kaum versucht sein, über Penny in den deutschen Lebensmittelmarkt, der als der härteste in Europa gilt, einzusteigen.
Gegen die Übernahme Pennys durch einen direkten Wettbewerber steht das deutsche Kartellrecht, schon die Übernahme des Discounters Netto durch die Edeka-Gruppe wurde nur unter strengen Auflagen genehmigt. Bleibt als Fluchtpunkt die Auslandsexpansion, die vor allem Aldi und Lidl seit langem mit wechselndem Erfolg betreiben. Und die Änderung des puristischen Geschäftsmodells.
Um sich vom Wettbewerb abzugrenzen, müssten die Billigheimer in neue Sortimente, Kommunikationsformen und Vertriebswege, etwa ins Internet, investieren, erklärt der Berater Markus Eicher von der PR-Agentur wbpr, die Lidl zu ihren Kunden zählt. Es seien "Qualitätsbotschaften auf allen Ebenen" gefragt, so Eicher weiter. Doch Aldi ohne Aldi-Prinzip, geht das? Statt Preiswerbung in Anzeigenblättchen Image-Anzeigen mit Candle-Light-Kitsch? Einkaufserlebnis statt Palettencharme und Neonlicht? Edle Ware zu Premiumpreisen?
Klar ist nur eins: Die Zeit des geilen Wachstums auf der Geizwelle ist vorbei. Billig allein reicht nicht mehr.
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(sueddeutsche.de/mel)
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Sie werden es nicht glauben, aber ich gehe mit Aldi und Co. sehr kritisch um!!
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Danke, Herr Wieking: wieder ein paar Wörter aus dem dengelnden Werbefritzen-"Deutsch", dessen Sie sich befleißigen, gelernt:
Werbespendings
Kostencontrolling
One-Stop-Shopping
Candle-Light-Atmosphäre
Premiumpreise (gesprochen preh-mi-um oder priehm-jam oder wie auch immer?)
Danke, Herr Wieking: Ihre flotte Denglisch-Schreibe macht meinen Tag (i.e.makes my day)!
... was solls. Ist hier irgendjemand dem es besser geht in den letzten 2 Jahren ?
Ich kann meine Schadenfreude nicht verbergen, wenn nun auch die Discounter , Schleckers, Aldis ... ein wenig den Gürtel enger schnallen müssen. Wer braucht schon permanente Lustvolle Einkaufstempel ?
Und überhaupt: Wie war das ? "die fetten Jahre sind vorbei...." wie wahr !!!
Wer behauptet, die Lebensmittelpreise bei den Discounter wären billig, den muss es sehr gut gehen oder er geht nie einkaufen.
Mit 20 EURO kann auch bei ALDI, LIDL und Co. wenig anfangen. Früher konnt man mit 40 DM gar nicht so viel einkaufen, als dass der Einkaufswagen reichte.
Ich weiß auch nicht, was heute die offiziell "teurern" Läden wären, wenn man mal von den Tante-Emma-Läden absieht, so sie es noch irgendwo gibt.
Delikatessläden lasse ich mal außen vor.
Die Preise bei ALDI sind allenfalls weniger teuer.
Paging