BIP Deutsche Wirtschaft wächst so stark wie seit sechs Jahren nicht

Besucher der Werkzeugmaschinenmesse Emo in Hannover (Archivbild)

(Foto: picture alliance / Sebastian Kah)

Das Bruttoinlandsprodukt ist im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent gestiegen. Das ist das stärkste Plus seit 2011.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist mit 2,2 Prozent so stark gewachsen wie seit sechs Jahren nicht mehr. Getragen wurde der kräftige Aufschwung nach Angaben des Statistischen Bundesamts von der Kauflust der Verbraucher, gestiegenen Investitionen vieler Unternehmen und der starken Weltwirtschaft, die die Nachfrage nach "Made in Germany" ankurbelt. Von dem Konjunkturboom dürfte auch der Fiskus profitieren: Die Steuereinnahmen sprudeln kräftig.

Ökonomen bei Banken und deutsche Forschungsinstitute hatten zuletzt für 2017 ein Wachstum in dieser Größenordnung prognostiziert. Es ist das achte Jahr in Folge mit einem Wachstum. 2016 waren es 1,9 Prozent. Zuletzt gesunken ist das BIP im Jahr 2009, um 5,6 Prozent in Folge der Finanzkrise.

"Die deutsche Konjunktur läuft im Moment mehr als rund. Wir sind auf dem Weg in eine Hochkonjunktur, wie wir sie lange nicht hatten", sagte Allianz-Volkswirt Rolf Schneider jüngst. Die Verbraucher sind in Konsumlaune, die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist historisch günstig und Sparen wirft wegen der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) kaum noch etwas ab. Nach Angaben der GfK-Konsumforscher machen sich weniger Menschen in Deutschland Sorgen um ihren Job. Das Vertrauen in die boomende Wirtschaft sei weiter hoch.

Deutschlands Exporteure steuern 2017 auf das vierte Rekordjahr in Folge zu. In den ersten elf Monaten wurden Maschinen, Autos und andere Waren im Wert von 1,18 Billionen Euro ausgeführt (plus 6,5 Prozent). Auch die Unternehmen in Deutschland investierten zuletzt mehr in Ausrüstungen wie Maschinen, Geräte und Fahrzeuge.

Auch zum Staatshaushalt legte das Statistische Bundesamt Zahlen vor: Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung nahmen zusammen 38,4 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben. Das ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Damit wurden bereits das vierte Jahr in Folge schwarze Zahlen geschrieben.

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