Drohnen-Projekt Google-Mitarbeiter protestieren gegen Zusammenarbeit mit dem Pentagon

Google-Chef Sundar Pichai

(Foto: Stephen Lam/Reuters)
  • Google hilft dem Pentagon dabei, mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) die Daten von Drohnen zu analysieren.
  • Angestellte des Internetkonzerns fordern in einem Schreiben an ihren Chef, aus dem umstrittenen Projekt auszusteigen.
  • Sie fürchten, die Technologie könne allzu leicht für militärische Zwecke genutzt werden.

Es gibt innerhalb des Internetkonzerns Google eine Losung, auf die sich in der Vergangenheit viele Mitarbeiter einigen konnten: "Don't be evil" lautet sie, "sei nicht böse". Ein Motto, das lange Jahre auch im offiziellen Verhaltenskodex der Firma stand.

Genau diese Worte tauchen nun auch in einem Brief auf, der an Google-Chef Sundar Pichai adressiert ist und von etwa 3100 Angestellten des Konzerns unterschrieben wurde. In dem Schreiben protestieren die Mitarbeiter dagegen, dass der Konzern das Pentagon bei der Weiterentwicklung von Drohnen unterstützt. "Lieber Sundar", beginnt der Brief, den unter anderem die New York Times veröffentlicht hat, "wir glauben, dass Google nicht am Geschäft mit dem Krieg teilnehmen sollte."

Es geht in dem Protestbrief um das Projekt "Maven", das bereits seit Frühjahr 2017 existiert, aber erst im vergangenen Monat öffentlich wurde. Das Pentagon will mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) die Daten von Drohnen analysieren und dafür mit dem Internetkonzern zusammenarbeiten.

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Die hochrangige Google-Managerin Diane Greene soll den Mitarbeitern zwar zugesichert haben, dass die Google-Technologie keine Drohnen "betreiben oder fliegen" wird und "nicht benutzt wird, um Waffen abzufeuern", heißt es in dem Brief. Dennoch sind die Unterzeichner skeptisch und fordern ihren Chef auf, das Programm zu stoppen. "Die Technologie wird für das Militär entwickelt", schreiben sie,"und sobald sie ausgeliefert ist", könne sie leicht für militärische Zwecke genutzt werden.

Wie viele Google-Mitarbeiter sich tatsächlich mit dem Inhalt des Schreibens identifizieren, ist nicht bekannt; insgesamt hat der Mutterkonzern Alphabet mehr als 70 000 Mitarbeiter. Und doch zeigt der Fall, in welchem Konflikt die Konzerne des Silicon Valley stehen: Einerseits haben sich viele von ihnen der Aufgabe verschrieben, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Andererseits verfolgen sie - genau wie die Konzerne der "Old Economy" - wirtschaftliche Ziele.

Google-Chef Pichai ging am Dienstag zwar nicht direkt auf das umstrittene Drohnen-Projekt ein, reagierte aber indirekt auf die Kritik der Mitarbeiter. "Jede militärische Nutzung von maschinellem Lernen weckt naturgemäß berechtigte Sorgen", schrieb er. Man setzte sich für eine umfassende Diskussion des Themas ein. Auf die Forderung der Mitarbeiter, sich aus dem Projekt zurückzuziehen, ging Pichai nicht ein.

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