Die Prognosen sind düster: Zum Jahresende könnte Deutschlands Wirtschaft schrumpfen, sagt die OECD. Damit könnte die Bundesrepublik bald schon schlechter dastehen als viele andere Industrienationen.
Der deutschen Wirtschaft wird nach Einschätzung der OECD zum Jahresende die Luft ausgehen. Die Volkswirte der Organisation der Industriestaaten sagen für die letzten drei Monate einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 1,4 Prozent auf das Jahr hochgerechnet hervor. Im Vergleich mit dem dritten Quartal 2011 entspricht dies einem Minus von 0,3 Prozent.
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Bauarbeiter in Berlin: Die Organisation der Industriestaaten OECD erwartet, dass die deutsche Wirtschaft nach dem Boom schrumpfen wird. (© ddp)
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"Das Wachstum verläuft viel langsamer als wir vor drei Monaten dachten, das Risiko eines Negativwachstums ist gestiegen", sagte OECD-Chefökonom Pier Carlo Padoan in Paris. Sollten die Prognosen eintreffen, zählte Deutschland im Schlussquartal 2011 zu den schwächsten großen Industrienation der Welt. Das Minus gefährde die unabdingbare Konsolidierung des deutschen Haushalts, hieß es beid er Vorstellung des Berichts.
Für Länder wie die USA, Frankreich oder Kanada sagen die Volkswirte noch Wachstum voraus. Die Regierungen in Washington und Paris können von Oktober bis Ende Dezember beispielsweise ein auf das Jahr hochgerechnetes Quartalswachstum von 0,4 Prozent erwarten.
Das zu Ende gehende Quartal lief vergleichsweise gut: Für den Zeitraum Juli bis Ende September geht die Organisation für Deutschland von einem auf Jahresrate hochgerechneten Quartalswachstum von 2,6 Prozent aus. Verglichen mit dem zweiten Quartal entspricht dies einem tatsächlichen Plus von rund 0,6 Prozent. Neben Deutschland muss nur Italien im zweiten Halbjahr fürchten, dass seine Wirtschaft schrumpft.
In den anderen Industriestaaten sieht es besser aus: Für die USA werden umgerechnet 1,1 Prozent vorhergesagt, für Frankreich rund 0,9 Prozent. Für das dritte Quartal prognostizieren die OECD-Experten ein auf das Jahr hochgerechnetes Minus von 0,1 Prozent.
Appell an G7-Regierungschefs
Die OECD betonte bei der Vorstellung des Berichts allerdings, dass die derzeitige Lage Prognosen relativ unsicher mache. Die Folgen von Schuldenkrise, Börsenchaos und deutschem Atomausstieg seien noch nicht absehbar.
Eine Rezession wie 2008/2009 erwarten die OECD-Ökonomen nicht, es müsse aber wegen der Schuldenkrise mit weiteren schlechten Zahlen gerechnet werden. Die OECD appellierte an die G7-Staaten - deren Finanzminister sich am Freitag und Samstag im französischen Marseille treffen - mit klaren Aussagen das Vertrauen der Märkte zurückzuerobern. "Das ist ihre oberste Pflicht: Sie haben ja auch dazu beigetragen, dass das Vertrauen verlorenging", sagte Padoan.
Nicht nur die OECD korrigiert ihre Aussichten nach unten. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) sieht die Lage nicht mehr so optimistisch wie vor wenigen Monaten. Ihr Präsident Jean-Claude Trichet sagte nach der Sitzung des EZB-Rats, dass trotz moderatem Wachstum erhebliche Absturzrisiken bestünden. "Noch vor einem Monat haben wir die Wachstumsrisiken für ausgeglichen gehalten, das ist heute nicht mehr der Fall. Unsere Einschätzung der wirtschaftlichen Lage hat sich signifikant geändert." Damit ließ sich Trichet sogar ein Hintertürchen für mögliche Zinssenkungen in den kommenden Monaten offen. Am Vormttag hatte die EZB bekanntgegeben, dass sie den Leitzins bei 1,5 Prozent belässt.
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(dpa/jab)
Gysi gegen Lafontaine
die offensichtlich kreditfinananzierte exportweltmeisterschaft wird nun vom abhängig beschäftigten beglichen - im übrigen möglich gemacht Lohnverzicht von uns Deppen!
die offensichtlich kreditfinananzierte exportweltmeisterschaft wird nun vom abhängig beschäftigten beglichen - im übrigen möglich gemacht Lohnverzicht von uns Deppen!
Tja, so ist das nun mal, wenn man den Export wie ein Mantra vor sich her trägt. Offenbar ist es in bestimmten Kreisen nicht möglich zu begreifen, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Inlandsnachfrage und Export bestehen muss. Schrecklich ist, dass nicht begriffen wird ( oder werden will?), dass Angebots orientierte Politik, sprich Neo - Konservativismus, immer wieder scheitert.
das Primat der Politik über die Wirtschaft zu fordern. Auch Verzweiflung kann Kräfte freisetzen, denen sich die Mächtigsten beugen müssen. Siehe die Bauernkriege oder die Oktoberrevolution.
Heute wüten die Oligarchen wie früher die Fürsten über das Volk. Ich glaube nicht an die Einsicht der Mächtigen, also heute der
Bosse. Macht korrumpiert und verdirbt nun mal den Charakter.
Das beste Beispiel ist derzeit eine amerikanische Investmentbank, die ihren Anlegern Tipps gibt, wie sie mit Eurowetten Profite machen können. Das sind für mich kriegerische Angriffe. Wir wissen, was zu tun ist, wenn wir von Militärs oder Viren attackiert werden, auf solche feindliche Szenarien sind wir genetisch (noch) nicht vorbereitet.
Da genau liegt der Hase im Pfeffer. Was Sie da schreiben, die Politik müsse "dem berechtigten Streben nach Profit das eine oder andere Riegelchen vorschieben" läuft auf einen kompletten Rollentausch hinaus. In unserem Lande, und ich meine nicht nur hier, bestimmt die Wirtschaft die Spielräume der Politik.
Ich habe gerade gestern Stefan Heyms Rede zur Eröffnung des 13. Deutschen Bundestages gelesen (1994 war das). Er hat schon damals auf solche Gefahren hingewiesen, und er war mit Sicherheit kein Wirtschaftsexperte, oder gar ein -weiser. Er hatte einfach aus seiner Lebenserfahrung einen klaren Blick auf die Dinge.
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