Durch eine Sammelaktion mit Rewe wollte die Bahn Kunden gewinnen. Wer Panini-Bildchen der Frauen-WM sammelte, konnte Fahrkarten ergattern. Immerhin 250.000 Stück hat die Bahn versprochen - doch viele Gewinner warten noch auf ihre Tickets.
Das Stadion ist voll, die Fans jubeln ausgelassen. Plötzlich donnert ein ICE über den Rasen der Arena. Der Zug rast auf der Mittellinie des Spielfelds von einem Spielertunnel zum anderen und verschwindet schließlich in einem Rewe-Markt.
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Ein Sammler klebt einen Panini-Sticker mit der deutschen Nationalspielerin Martina Müller in ein Album. (© dpa)
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Mit diesem Werbespot trommelten Rewe und die Deutsche Bahn für ihr gemeinsames Gewinnspiel zur Frauen-Fußball-WM. Rewe-Kunden durften Panini-Bildchen sammeln, die Verkäufer an der Supermarktkasse verteilt hatten. Ausgelobt waren Gewinne im Gesamtwert von 80 Millionen Euro. Was aber war das Versprechen wirklich wert?
Immerhin 250.000 kostenlose Fahrscheine hat die Bahn versprochen - aber sie hat es noch nicht geschafft, alle zu verteilen. Offensichtlich hatten die Organisatoren nicht mit diesem Erfolg gerechnet. Obwohl die Anzahl der ausgelobten Tickets von Anfang an feststand, klagen die Organisatoren über Probleme wegen der hohen Nachfrage. "Die Bahn wurde offenbar von der Menge der Einsendungen überrascht", sagt ein Rewe-Sprecher.
Dabei war doch alles so schön geplant: Deutschland im WM-Fieber - und für Rewe und die Deutsche Bahn anscheinend der richtige Zeitpunkt für eine Marketing-Offensive: Pro zehn Euro auf der Rewe-Rechnung bekamen Kunden ein Sammeltütchen an der Supermarktkasse.
Darin steckte das Bild einer Spielerin und ein Gewinn. Entweder ein Sofortgewinn: Ein Bahngutschein über zehn Euro - einlösbar, sofern der Fahrpreis mehr als 40 Euro beträgt. Oder ein Sammelgewinn: Ein Sticker der insgesamt neun WM-Stadien. Der Clou dabei: Wer alle neun Stadien beisammen hatte, konnte sie gegen die begehrten Freifahrtscheine der Bahn eintauschen. Einfach die Bilder aufkleben und an die Bahn schicken.
Nach Angaben von Rewe ist eine "hohe zweistellige Millionenzahl" Sammelpäckchen an die Verbraucher gebracht worden. Und davon wurde die Bahn dann überrollt: Offenbar lag es aber nicht an der Menge, sondern am Zeitpunkt. "Wir haben nicht damit gerechnet, dass so viele Leute bis zum Einsendeschluss warten würden", sagt ein Bahnsprecher.
Bereits während der WM hatte es Ärger gegeben
Intern hatte man sich als Ziel gesetzt, die Tickets spätestens nach einer Woche zuzustellen. Das sei mittlerweile wieder möglich. Als jedoch zum Einsendeschluss am 22. Juli die meisten Leute ihren Gewinn einforderten, brachen bei der Bahn die Dämme. Sie musste sogar personell aufrüsten, um die Anfragen zu bearbeiten.
Für viele Leute sind die Verzögerungen ärgerlich. Besonders für jene, die die kostenlose Fahrt durch Deutschland für eine Reise nutzen wollten. In manchen Bundesländern gehen die Ferien schon bald wieder zu Ende und viele bangen darum, ob sie ihren Gewinn überhaupt noch einlösen können: Die Fahrscheine sind nur noch bis Anfang September gültig. Die Bahn könnte die Aktion verlängern, auf Nachfrage will ein Bahnsprecher diese Option aber weder bestätigen noch ausschließen. Allerdings solle jeder seinen Gewinn bekommen.
Ärger hatte es bereits während der WM gegeben: Kunden hatten sich darüber beschwert, dass es alle Stadien im Überfluss gegeben habe, nur der entscheidende Sticker der Commerzbank-Arena in Frankfurt sei selten gewesen.
Trotz Werbeoffensive sind die beiden Organisatoren nun in die Defensive geraten. Auf Nachfrage, warum die Bahn die Kunden nicht früher vor Verzögerungen gewarnt habe, gibt sich ein Bahnsprecher immerhin einsichtig. "Wir lernen auch aus den Fehlern und werden es beim nächsten Mal berücksichtigen."
Die Frage ist allerdings, ob sich Kunden beim nächsten Mal wieder für eine solche Aktion begeistern lassen.
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(SZ vom 02.08.2011/lom)
Großprojekte in Berlin
In 1992 Hoover, the home apppliance maanufacturer (vacuum cleaners and washing machines etc., ran a promotion where you received TWO FREE FLIGHTS FROM THE US to EUROPE when you purchased anything at a value of £100 or above (at that time about DM 250) and later extended this offer also to FREE FLIGHTS from Europe to the US.
Within no time, the company was innundated with applications and not only were they utterly unable to deal with the number of people applying, they also ran out of money and tried to hide behind the small print.
Eventually after ~4 years, hundreds of court cases and parliamentary enquiries a small fraction of cases were settled and people received their free flights (with several years delay)
http://news.bbc.co.uk/1/hi/business/3704669.stm
So, just stay on it and push DB into submission. They cannot just close the offfer without having fullfilled their obligations in full and in fairness.
"Kunden hatten sich darüber beschwert, dass es alle Stadien im Überfluss gegeben habe, nur der entscheidende Sticker der Commerzbank-Arena in Frankfurt sei selten gewesen."
Ist das nicht immer so? Geht doch mal auf der nächsten Kirmes zum Losstand, wo es freie Auswahl gibt, wenn man fünf Sammelbildchen auf seinen Losen beisammen hat. (Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Großvater....so vielleicht schon mal gesehen). Nur: der Großvater taucht praktisch NIE auf. Das ist das Prinzip bei diesen Sammelspielchen.
Der Unterschied zu der REWE-Sammelaktion ist auch noch der, dass für die Bildchen nix bezahlt werden musste. Also: Nicht aufregen!!
Dieser Artikel ist mit dem 100%ig gleichen Inhalt bereits am Sonntag in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 31.7.2011 erschienen. Zwar wird nicht wortwörtlich abgeschrieben, aber die komplette Idee des Artikels ist ein billiges Plagiat. Ein nicht unbekannter Baron läßt aus den USA schöne Grüße bestellen!
"Ärger hatte es bereits während der WM gegeben: Kunden hatten sich darüber beschwert, dass es alle Stadien im Überfluss gegeben habe, nur der entscheidende Sticker der Commerzbank-Arena in Frankfurt sei selten gewesen."
Durch die niedrige Anzahl eines bestimmten Sammelobjekts wird das Gewinnspiel gesteuert, wenn es z.B. nur 1000 dieser Gewinnen geben soll, darf man nicht alle Sammelobjekte 10.000 mal verteilen.
Ich erinner mich noch an ähnliche Spiele die es vor einigen Jahrzehnten (vor dem Internet) bei Mineralölfirmen gab. Damals hatten mindestens mal Shell, Aral und BP gleichzeitig so ein Spiel und bei uns in der Tageszeitung gab es jede Menge Suchanzeigen nach den Gewinnkarten, also z.B. Aral 2-Logos 1000 DM usw. Natürlich hatte die niemand übrig, weil man die im Prinzip wertlosen Karten 10-fach oder öfter hatte und jeder Sammler den Gewinn hätte selbst einlösen können.
Fazit, bei so was macht man erst gar nicht mit!