SZ: Normalerweise kämpfen in Tarifkonflikten Menschen für ihre unmittelbaren Interessen. Beim Flashmob aber kann jeder mitmachen: Gewerkschafter, Freunde, Tanten.
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Schmidt: Bei jedem Arbeitskampf sind Dritte beteiligt. Zur Kundgebung bei einem Warnstreik kommen doch auch Menschen von überall her, damit die Gewerkschaft Stärke demonstrieren kann.
SZ: Können wir uns darauf einigen, dass Ihre Entscheidung zumindest zur Eskalation von Arbeitskämpfen beiträgt?
Schmidt: Das kann ich nicht nachvollziehen. Wir verlangen, dass sich die Gewerkschaft immer deutlich als Veranstalter einer Aktion zu erkennen gibt. Und sie muss immer in der Lage sein, sie zu steuern. Hier hatte Verdi 40 bis 50 Teilnehmer zusammengetrommelt, und die hatte sie im Griff. Hätte die Gewerkschaft hingegen einen Aufruf ins Internet gestellt und allgemein zum Rewe an den Berliner Ostbahnhof gerufen, hätte man diese Steuerbarkeit wohl nicht mehr annehmen dürfen.
SZ: Würden Sie auch Betriebsbesetzungen wie in Frankreich erlauben?
Schmidt: Wer das befürchtet, sollte das Urteil mal lesen. Da steht, dass Aktionen nicht angemessen sind, wenn sie Leben, Freiheit, Gesundheit und Eigentum verletzen. Muss ich noch deutlicher werden?
SZ: Vor zwei Jahren haben Sie Solidaritätsstreiks genehmigt. Drucker hatten damals den Streik von Zeitungsredakteuren in einer anderen Tochterfirma ihres Konzerns unterstützt. Die Arbeitgeber sagen, auch dies sei ein Instrument, gegen das sich der Angegriffene nicht wehren könne - weil an ihn ja keine Forderungen gestellt werden, die er erfüllen könnte.
Schmidt: Das ist doch nicht die Frage, um die es geht. Zu klären war etwas anderes: Ging es bei dem Streik in der Druckerei objektiv darum, einen legitimen anderen Arbeitskampf zu unterstützen? Oder wollten die Drucker Forderungen für sich durchsetzen, obwohl sie, was dies betrifft, in der Friedenspflicht waren? Wenn das Ziel eines Arbeitskampfs zulässig ist, müssen die Konfliktparteien in der Wahl ihrer Mittel weitgehend frei sein.
SZ: Es ging hier tatsächlich um Unterstützung.
Schmidt: Verdi wollte, dass der Arbeitgeber der Druckerei auf den Zeitungsverlag einwirkt, den Konflikt zu beenden. Und zwischen diesen Arbeitgebern eines Konzerns bestehen enge Verflechtungen. Ein Unterstützungsstreik von Werftarbeitern in Hamburg für Küchenhilfen in München wäre dagegen kaum zulässig.
SZ: Haben Sie den Flashmob im Einzelhandel auch deshalb erlaubt, weil angelernte Verkäuferinnen nicht die Kampfkraft von Facharbeitern in der Metallindustrie haben?
Schmidt: Die Gegebenheiten für einen Arbeitskampf sind von Branche zu Branche verschieden und verändern sich laufend. Das produziert neue Kampfformen und -taktiken. Dagegen sind Arbeitgeber in den vergangenen Jahren vorgegangen und wollten grundsätzliche Verbote erreichen: Flashmobs, Unterstützungsstreiks und auch Sozialpläne auf der Basis von Tarifverträgen. Sie fanden, Betriebsvereinbarungen reichten dazu aus. Aber hier grundsätzlich "geht gar nicht" zu sagen, das wäre von der Verfassung nicht gedeckt. Im Übrigen geht es im Arbeitskampfrecht immer darum, beide Seiten gleich stark zu halten. Denn immer dort, wo diese Parität nicht besteht, kommt bald der Ruf nach dem Staat. Tarifautonomie heißt aber, dass der Staat sich aus den Konflikten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern heraushalten soll.
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Wenn ich diese gestelzte Ausweichfloskel hoere, mit der
ueblicherweise so aalglatt wie unoriginell einer Stellungnahme ausgewichen wird, spaetestens dann habe ich die Nase voll.
Von einer Bundesarbeitsgerichtspraesidentin erwartet man substanziellere Reaktionen auf die Frage nach der Verhaeltnismaessigkeit einer fristlosen Kuendigungsmoeglichkeit
bei Bagatelldelikten und ansonsten langjaehriger guter und verlaesslicher Arbeitsleistung.
Die Frage ist doch vorliegend eine ganz andere. Wo ist die Moral + die Verhältnismässigkeit im wirtschaftlichen Zusammenleben heute? Da bekanntermaßen die Ökonomie sui generis keine Moral kennt, ist der Gesetzgeber und danach die Judikative dazu aufgerufen, die Rahmenbedingungen zu schaffen und umzusetzen, die für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für die Gerechtigkeit entscheidend sind.
Eine reine "Silodenke" zB der Judikative führt da nicht weiter, weil man sich auf reine Formalien zurückzieht und diese eine soziale Gesamtschau mit allen Konsequenzen oft vermissen lässt. Denn übergeordnet geht es um die Frage der gesellschaftlichen Verantwortung aller beteiligten Kreise (Politik, Wirtschaft, Gesellschaft etc.) vor dem Hintergrund des Wirtschaftens und seiner Auswirkungen.
Bis heute ist nicht klar, was die Politik explizit tun will, um eine grundlegende Änderung des wirtschaftlichen Handelns gerade im Bankensektor herbeizuführen.
Schon knallen in den Finanzzentren wieder die Korken ,ohne dass konsequente Regularien vorliegen, die diesem gewissenlosen Kasino-Kapitalismus einen Riegel vorschieben. Die originär dienende Rolle des Bankensektors tritt vollkommen in den Hintergrund.Schon werden wieder großkotzig 25% Rendite propagiert und die sogenannte polit. Elite vorgeführt.
Dabei drängt sich auch auf, dass die Politnasen, ja nicht selbständig gestaltend tätig werden wollen ohne Rücksicht auf Ansehen der Person bzw. des jeweiligen Einflusses und der Machtzusammenhänge, sondern Büttel und verlängtere Werkbank des Großkapitals bleiben bzw.sind. Alles bleibt so im Trüben, verbunden mit der Hoffnung, dass ein möglicher wirtschaftlicher Aufschwung wieder Gras über die schwach gehauchten politischen Lippenbekenntnisse wachsen lässt und hoffentlich ja alles beim Alten bleibt und der Wahlpöbel schnell vergisst, was war. Nämlich, dass er die Zeche zahlen darf mit höheren Steuern und Abgaben und die Verluste dieser Raubritter vergesellschaftet wurden!
Das ist gerade das Verheerende an unserer "Demokratur"- weil verkommen, um im Kern angefault. Wir befinden uns in einer vorrevolutioären Periode (analog 1789) und wehe dem der Wind sät und den Bogen überspannt, der wird den Sturm ernten!
Darum ihr Politnasen seid auf der Hut! Und noch etwas Metaphorisches:
Denn wer nur Unkraut sät, braucht nicht zu erwarten, Getreide zu ernten!
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Soll heißen: Es gibt die unterschiedlichsten Formen von Diebstahl. Die tagtäglich millionenfach praktizierte wird eigentümlicherweise nur seltenst thematisiert.
Weil über den Kaviar und den Champagner Victory-Joe im Kanzleramt wacht.
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