Hersteller von Hochgeschwindigkeitszügen General Electric plant offenbar Kauf von TGV-Konzern Alstom

Siemens bekommt im Geschäft mit dem Hochgeschwindigkeitszug ICE womöglich stärkere Konkurrenz: Der US-Konzern General Electric will einem Bericht zufolge den französischen TGV-Hersteller Alstom kaufen. Für die Amerikaner käme die Übernahme zu einem günstigen Zeitpunkt.

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General Electric (GE) befindet sich offenbar in Gesprächen über den Kauf des französischen TGV-Konzerns Alstom. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg News unter Berufung auf anonyme Quellen. Es wäre die bislang größte Akquisition für das Unternehmen.

Eine Vereinbarung könnte bereits in der kommenden Woche bekannt gegeben werden, hieß es. Der US-Konzern aus Fairfield, Connecticut, werde wohl mehr als 13 Milliarden Dollar (9,4 Milliarden Euro) für Alstom bezahlen.

GE verfügte Ende 2013 über etwa 89 Milliarden Dollar an flüssigen Mitteln, darunter 57 Milliarden Dollar außerhalb der USA. Die Unterstützung des Alstom-Aktionärs Bouygues habe Immelt bereits, berichtete Bloomberg. Bouygues gehören dem Bericht zufolge etwa 29 Prozent der Alstom-Anteile. Eine Übernahme durch General Electric könnte aber womöglich gegen das Kartellgesetz verstoßen, schreibt Bloomberg.

Eine Sprecherin von Alstom bezeichnete die Spekulationen über einen Verkauf des Konzerns als "unbegründete Gerüchte". Ein GE-Sprecher wollte keine Stellungnahme abgeben. Ein Sprecher von Bouygues war zunächst nicht zu erreichen.

General Electric bekäme mit Alstom unter anderem den Hochgeschwindigkeitszug TGV und die dazugehörige Eisenbahnsignal-Technologie. Und das zu einem Zeitpunkt, in dem sich die europäische Konjunktur zu erholen beginnt. Da der Aktienkurs von Alstom in den vergangenen zwölf Monaten um 20 Prozent abgerutscht ist, käme die Übernahme für General-Electric-Chef Jeffrey Immelt zu einem günstigen Zeitpunkt.

Alstom ist Bloomberg zufolge der weltweit führende Hersteller von Turbinen für Staudämme, General Electric und der Rivale Siemens liegen hingegen bei Gasturbinen vorn. Nach Siemens und ABB ist Alstom außerdem drittgrößter Hersteller von Getrieben und konkurriert mit Siemens um den Markt für Züge und deren Ausstattung.

General Electric greift einem Medienbericht zufolge Siemens frontal an.

(Foto: AP)

Alstom bemüht sich derzeit, seine Kosten und Schulden zu verringern. Im Januar musste der Konzern wegen schwacher Verkäufe das zweite Mal innerhalb von neun Monaten seine Gewinnerwartungen senken. Firmenchef Patrick Kron erklärte im November, Bestände im Wert von bis zu zwei Milliarden Euro verkaufen zu wollen. Zudem will Alstom Bloomberg zufolge 1300 Mitarbeiter entlassen, dadurch sollen bis April 2016 etwa 1,5 Milliarden Euro eingespart werden. Während das Unternehmen in Europa spart, baut es seine Partnerschaften und Betriebe in China, Russland, Brasilien, Indien und Südafrika aus.

General Electric konzentriert sich zunehmend auf die Herstellung von Getrieben, Lokomotiven und Industrieausrüstung, während der Konzern seine Finanzsparte General Electric Capital verkleinert hat, die dem Unternehmen während der Finanzkrise große Schwierigkeiten bereitet hatte.