Absage durch Hurrikan Sandy New York kämpft um den Ruf des Marathons

Auf dem Papier ist die Sache klar: Nach den Regeln der Road Runners wird die Teilnehmergebühr von 250 Dollar in keinem Fall erstattet. Doch der Ruf ist angekratzt.

(Foto: REUTERS)

Zehntausende Läufer in der Stadt - und dann fällt der New Yorker Marathonlauf aus. Weil der Hurrikan Sandy wütete, entstand auch den Veranstaltern ein Millionenschaden. Nun stellt sich die Frage, wer dafür aufkommen soll.

Von Nikolaus Piper, New York

Erst der Hurrikan, jetzt die Versicherungen. Nachdem der New York Marathon 2012 wegen der Schäden des Jahrhundertsturms Sandy am 2. November abgesagt worden war, weniger als 48 Stunden vor dem geplanten Start, geht es jetzt um die finanziellen Folgen. Mehr noch: Es geht um die Zukunft der berühmtesten Laufveranstaltung der Welt. Eine der wichtigsten Fragen dabei: Wie viel Geld werden die New York Road Runners als Organisatoren von ihren Versicherungen bekommen?

Wie das Wall Street Journal berichtet, hat sich der oberste Finanzaufseher des Bundesstaates New York, Benjamin Lawsky, in die Verhandlungen zwischen den Road Runners und ihren Versicherungen eingeschaltet; die meisten davon werden von der Organisation Lloyds of London repräsentiert. "Die Absage des Laufs hätte kaum zu einem schlechteren Zeitpunkt kommen können", sagte die Vorsitzende der Road Runner, Mary Wittenberg. "Die Teilnehmer waren alle da, das Geld war ausgegeben, mit Ausnahme von ein paar Gebühren für die Polizei und das Preisgeld."

Das Problem: Die Absage des Marathons war nicht unvermeidbar. Schließlich hatte der Sturm die Stadt bereits in der Nacht vom 29. zum 30. Oktober heimgesucht. Bürgermeister Michael Bloomberg und die Organisatoren hatten danach immer wieder versichert, man werde am Marathon festhalten. Erst in letzter Minute änderten sie ihre Meinung, auch auf politischen Druck hin.

Was ist mit den 60.000 Läufern, die extra nach New York gekommen sind?

Trotzdem hat Lloyds bereits "eine substantielle Summe" gezahlt, wie es in Verhandlungskreisen hieß. Die Frage ist: wie viel? Peter Fitch, ein Sprecher der Organisation, erklärte nur: "Lloyds versucht immer, begründete Ansprüche so schnell wie möglich zu erledigen." Offenbar werden die Versicherungen alle direkten Kosten für den Ausfall des Marathons übernehmen.

Aber was ist mit den 60.000 Läufer, die vergeblich nach New York gekommen waren? Auf dem Papier ist die Sache klar: Nach den Regeln der Road Runners wird die Teilnehmergebühr von 250 Dollar in keinem Fall erstattet, ob der Läufer nun krank wird oder der Lauf ausfällt. Jedem, der nach New York gekommen war, musste dies bewusst gewesen sein. Trotzdem hatten viele Teilnehmer eine Erstattung oder ein Freiticket für 2013 verlangt, vor allem weil die Absage erst kam, nachdem fast alle Läufer in der Stadt gelandet waren und zum Teil Tausende von Dollar dafür gezahlt hatten.

Um den Ruf des New York Marathon zu retten, würden die Road Runners den frustrierten Läufern gerne entgegenkommen. Doch dazu müssten die Versicherungen die Kosten übernehmen, was sie aber nicht wollen, wie es hieß. Genau darum scheinen sich die Verhandlungen mit den Versicherungen jetzt zu drehen. Läufer, die sich beschwerten, hatten eine hinhaltende E-Mail erhalten ("Vielen Dank für Ihre Unterstützung und Ihre Geduld"). Seither hüllt sich der Verein in Schweigen.