Mineralwasser im Test Beste Sprudelbildung

Mineralwasser - jedes fühlt sich anders an.

(Foto: SZ Grafik)

Mineralwasser ist nicht gleich Mineralwasser. Vor allem Sorten mit Kohlensäure haben ihren eigenen Charakter - und hohe Preise sagen wenig aus. Ein Sommelier hat für uns sechs Wassersorten gekostet.

Von Anna Günther

Allein in Deutschland gibt es 824 Mineralwasserquellen, fast jede Region hat ihr eigenes Wasser. Gourmets und Promis lieben Sorten aus der Ferne, oft kann es gar nicht exotisch genug sein und kostet dann auch mal fünfmal so viel wie üblich. Aber sind die teuren Mineralwässer auch besser?

Wir haben den Berliner Wein- und Wassersommelier Arno Steguweit gebeten, sechs Sorten zu testen - von günstig bis teuer. Unsere Autorin probierte mit und lernte als Erstes: Wasser schmeckt nicht, es löst auf der Zunge aber Empfindungen aus, vor allem wenn es wie die getesteten Sorten mit Kohlensäure versetzt ist. Und wenn es viele Mineralstoffe wie Natrium enthält, bleibt auch davon etwas am Gaumen hängen.

Um echte Aromen wie Himbeere oder Vanille zu schmecken, braucht der Mensch auch den Geruchssinn, Wasser ist eigentlich neutral. Trotzdem riechen manche Sorten auf ganz spezielle Weise, etwa wenn sie aus einem torfigen Boden stammen. Jedes Wasser hat seinen eigenen Charakter, ein geschulter Experte kann sogar die Größe der Bläschen auf der Zunge unterscheiden. Deshalb achtet Steguweit auch beim Essen darauf, welches Wasser zu welchem Wein passt.

Der 36-Jährige war mit Ende 20 jüngster Chefsommelier im Berliner Hotel Adlon, bevor er sich selbständig machte. Heute gibt er sein Wissen in Vorträgen und Seminaren weiter. Dazu gehört auch die Erkenntnis: Am Ende ist es oft einfach Gewöhnungssache, ob man ein Wasser mag oder nicht.