Zweitligist 1860 München Geschäftsführer Robert Schäfer wehrt sich

Lange hieß es, 1860-Geschäftsführer Robert Schäfer betreibe ausschließlich eine Politik, die Investor Hasan Ismaik gefällt. Beim Auswärtsspiel in Ingolstadt forderten Fans sogar seinen Rauswurf. Nun setzt sich Schäfer zur Wehr - und spricht von "feinster Demagogie" gegen seine Person.

Von Philipp Schneider

Es haben sich inzwischen einige Dinge angesammelt, die Robert Schäfer irritieren. Und dazu gehört nicht einmal der Umstand, dass seit Montag ein offizielles Schreiben des Präsidiums des TSV 1860 München e.V. vorliegt, dass Schäfer abgelöst werden soll als Geschäftsführer der KGaA des Fußball-Zweitligisten. Dem Vernehmen nach hat jedenfalls am Montag ein Positionspapier mit dieser Forderung Hamada Iraki erreicht, den Münchner Statthalter des jordanischen 1860-Investors Hasan Ismaik.

Nein, die Dinge, die Robert Schäfer irritieren, betreffen eher die Weise, wie er dargestellt wird in der Öffentlichkeit. Es wurde festgestellt, Schäfer betreibe eine einseitige, nur dem Investor genehme Politik. Und es wurde geschrieben, Schäfer opfere die Interessen des Vereins aus reinem Selbsterhaltungstrieb, um seinen Posten zu sichern.

Beim letzten Ligaspiel in Ingolstadt hatten erzürnte Fans daher seinen Rauswurf gefordert. Doch Schäfer, gerade wieder zurück von einem Kurzurlaub in New York, der überdies für Verwunderung sorgte, sagt: "Zu sagen, ich hätte mich auf die Seite des Investors geschlagen, ist die feinste Demagogie. Als Geschäftsführer vertrete ich die Interessen der KGaA." Und weiter: "Auch gegen die Interessen des Vereins, wenn es sein muss."

Nun will es die vertrackte Situation bei 1860, dass diese Aussage juristisch einerseits richtig, andererseits politisch brisant ist. Denn laut 50+1-Statut der Deutschen Fußball Liga (DFL) darf in einem Klub niemals die Situation eintreten, dass der e.V die Kontrolle über seine Geschicke an einen Investoren abgibt. Laut Schäfer werden diese Rechte indes gar nicht verletzt.

Es sei eher zufällig so, dass die Interessen der Investorenseite mit denen der KGaA identisch sind. Die Logik geht wie folgt: "Wir haben aktuell keine ausgeglichene Bilanz in der KGaA, und es ist absehbar, dass wir auch in Zukunft kein ausgeglichenes Ergebnis hinbekommen. Wir können den Kader ja nicht noch weiter runtersparen."

An dieser Stelle kommt nun argumentativ der Investor ins Spiel, der bekanntlich zwar in neue Spieler investieren möchte, jedoch nur zu seinen Konditionen. Indem er der KGaA Kredite gewährt und damit den Verein (als direkten Gesellschafter) wieder verschulden würde. "Der Investor sagt", sagt Schäfer: "In der zweiten Liga haben wir keine Chance, einen ausgeglichenen Haushalt zu erzielen. Also macht es aus betriebswirtschaftlicher Sicht Sinn, in Spieler zu investieren, um dann aufzusteigen."

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