WM-Qualifikation Kroatien gegen Island Simunic brüllt faschistische Parole

Die kroatischen Medien sprechen von einer "Schande": Nationalspieler Josip Simunic schreit nach der geglückten WM-Qualifikation gegen Island eine faschistische Parole ins Publikum. Der Spieler ist sich keiner Schuld bewusst.

Der frühere Berliner Bundesligaprofi Josip Simunic hat nach der geglückten Qualifikation der kroatischen Nationalmannschaft für die WM 2014 in Brasilien für einen Eklat gesorgt. Der 35 Jahre alte Abwehrspieler nahm sich nach dem 2:0-Sieg der Gastgeber im Rückspiel in Zagreb gegen Island das Stadion-Mikrofon und rief in Richtung der Fans "Za Dom - Spremni!".

Der umstrittene Ustascha-Gruß heißt übersetzt: "Für die Heimat - bereit!" Der Ustascha, ein 1929 gegründeter Geheimbund, wird ein faschistischer Hintergrund nachgesagt.

WM-Playoffs Portugal gegen Schweden Comandante Ronaldo zerstört Ibrahimovics Traum

Dem einen gelingen drei Tore, dem anderen zwei: Cristiano Ronaldo und Zlatan Ibrahimovic sind beim Spiel Portugal gegen Schweden einmal mehr die Hauptdarsteller. Ronaldo darf nun nach Brasilien, Ibrahimovic muss daheim bleiben - und teilt unmissverständlich mit, was er davon hält.

Simunic war sich nach seiner Aktion keiner Schuld bewusst. "Das wollte ich mein ganzes Leben schon einmal machen. Ich habe keine Angst vor einer Strafe, ich habe nichts Schlimmes gemacht. Ich bin ein Fan von Kroatien, meiner Heimat. Und alle, die sich aufregen, sollten lieber die Geschichte studieren", sagte der Innenverteidiger, der zwischen Januar 2000 und September 2010 bei Hertha BSC unter Vertrag stand. Auch beim Hamburger SV und bei 1899 Hoffenheim hatte er einst gespielt.

Die kroatischen Medien schrieben am Mittwoch von einer "Schande". Auf vielen Internetportalen war die umstrittene Aktion zu sehen. "Unser Team hat solange auf diese Feier gewartet und dann verdirbt Joe alles", kritisierte die Tageszeitung 24sata und nannte den Vorfall "beschämend". Lob hatten die Gazetten indes für den Erfolg des Teams des Trainergespanns Niko und Robert Kovac übrig. "Der Glaube ist zurück - und die Fans. Copacabana, wir kommen", schrieb die Tageszeitung Vecernji List.