Transfer zu Schalke Boateng soll wegen Rassismus aus Italien geflohen sein

Kevin-Prince Boateng hat seinen Wechsel in die Bundesliga stets mit sportlichen Gründen erklärt. Dem widerspricht nun Schalkes Finanzvorstand Peter Peters: Er sagt, Boateng habe wegen rassistischer Vorfälle auf seinen Abschied vom AC Mailand gedrängt.

Kevin-Prince Boateng ist bei seinem Wechsel vom AC Mailand zum Fußball-Bundesligisten Schalke 04 offenbar vor dem Rassismus in Italien geflohen. Das sagte Finanzvorstand Peter Peters dem Onlineportal Sport Bild Plus. "Boateng wollte wegen der rassistischen Vorfälle in Italien unbedingt weg", sagte Peters: "Er hatte eine Verabredung mit Präsident Silvio Berlusconi, dass er gehen kann, wenn der AC Mailand die Champions-League-Qualifikation schafft."

Nach dem Erfolg in den Play-off-Spielen (1:1, 3:0) gegen die PSV Eindhoven hielt Berlusconi Wort und ließ Boateng ziehen. Schalke verpflichtete den Deutsch-Ghanaer für geschätzte zehn Millionen Euro Ablösesumme. Der gebürtige Berliner, der seit 2010 in Italien spielte, hatte beim 2:0 vor gut einer Woche gegen Bayer Leverkusen ein gelungenes Bundesliga-Comeback nach vier Jahren Abstinenz gegeben. Boateng hatte bei seiner Vorstellung Ende August auf Schalke erklärt, der Wechsel habe "rein sportliche Gründe".

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Anfang des Jahres hatte Boateng noch ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt, als er in einem Testspiel gegen den Viertligaklub Pro Patria von gegnerischen Fans beschimpft worden war und gemeinsam mit seinen Teamkollegen den Platz verlassen hatte.

Nach dem Vorfall hielt der 26-Jährige Ende März eine Rede am Sitz der Vereinten Nationen in Genf. "Rassismus muss aktiv bekämpft werden", sagte Boateng damals, "er verschwindet nicht von selbst." Der Fußball-Weltverband (Fifa) gründete eine Anti-Rassismus-Task-Force, Boateng ist Mitglied des Gremiuns.

Anschließend kam es zu weiteren rassistischen Schmähungen. Anfang April beleidigten Anhänger des AC Florenz Boateng und dessen damaligen Mitspieler Mario Balotelli mit Affenlauten. Florenz zahlte 20.000 Euro Strafe. Zwei Wochen später riefen Fans von Juventus Turin Affenlaute, während Boateng sich aufwärmte, Juventus wurde mit einer Geldstrafe in Höhe von 30.000 Euro belegt.