Trainersuche bei 1860 München Felix Magath sagt ab

Nach der Trennung von Trainer Alexander Schmidt sucht der TSV 1860 München einen prominenten Nachfolger - den jordanischen Investor Hasan Ismaik dürfte dies freuen. Felix Magath, mit dem es bereits Gespräche gab, hat allerdings keine Lust.

Von Markus Schäflein und Philipp Schneider

Die guten Zeiten saßen ganz hinten in der Ecke, sie trugen graues Haar. Am Sonntagmorgen befand sich Werner Lorant im Löwenstüberl und rührte in dem italienischen Kaffee, den er "Expresso" nennt. Es wäre weit hergeholt, daraus zu folgern, der 64-Jährige sei ein Kandidat für den vakanten Trainerposten beim Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München; er mag halt die Wirtin Christl. Ab und an schaut er vorbei. Seine Anwesenheit passte aber prima zur erneuten Suche der Löwen nach einem Übungsleiter, denn es ist ja so: Seit Lorant den TSV im Jahre 2001 nach fast einem Jahrzehnt als Trainer verließ, hat der bedauernswerte Klub nie mehr Kontinuität auf diesem Posten erreicht.

Lorant hat im Stüberl in all den Jahren schon über viele Entlassungen mitdiskutiert, und nun war es wieder einmal so weit. Die Entscheidung gegen Trainer Alexander Schmidt nach dem desolaten 0:2 gegen Sandhausen habe der TSV 1860 "in Abstimmung mit dem Investor (. . .) gemeinsam getroffen", hieß es in der Pressemitteilung. Feinster Humor, schließlich war der Jordanier Hasan Ismaik von Beginn an gegen die Lösung mit dem früheren Übungsleiter der Regionalliga-U21 gewesen.

Er hatte ja nach der Entlassung von Reiner Maurer im November 2012 erst den Welttrainer Sven-Göran Eriksson vorgeschlagen - nach endlosem Hin und Her scheiterte die Idee letztlich an der Absage des Schweden, aus Ismaiks Sicht war dafür jedoch die zögerliche Haltung des Klubs verantwortlich. Als Geschäftsführer Robert Schäfer dann im April vorzeitig mit Schmidt und Sportchef Florian Hinterberger verlängerte, bedeutete dies nicht weniger als den kompletten Bruch mit dem Geldgeber. "Mehr Professionalität" forderte Ismaik immer wieder, was heißen sollte: andere Personen auf all diesen Posten.

Ismaik, dem 60 Prozent der Profifußball-KGaA gehören, aber den Statuten der Deutschen Fußball Liga gemäß nur 49 Prozent der stimmberechtigten Anteile, stellte sämtliche Zahlungen ein. Nur mit Hilfe einer Lizenzgebühr-Konstruktion mit dem Sportrechtevermarkter Infront vermochte Schäfer die Lizenzauflagen zu erfüllen. Auch der im Juli gewählte neue 1860-Präsident Gerhard Mayrhofer hatte bis Sonntag überhaupt noch nicht mit Ismaik gesprochen.

Kontakt zwischen Klub und Investorenseite gab es zuletzt nur vor dem Arbeitsgericht, wo Ismaiks Cousin Noor Basha, ein Pharmazeut, die Profifußball-KGaA auf Anstellung verklagt. Den Plan, Basha als Talentsichter einzustellen, hatte Geschäftsführer Schäfer im vergangenen Jahr auch gegenüber der Ausländerbehörde schriftlich kund getan. Dann aber hatte er von einer Anstellung Bashas wieder Abstand genommen, mit der Begründung, der Investor müsse für das Gehalt seines Cousins (5000 Euro monatlich) selbst aufkommen.