Mit dem 6:1 in der EM-Qualifikation gegen Aserbaidschan ist der deutschen Nationalmannschaft mühelos der Übergang in den Alltag gelungen. Die Kölner Fans dürfen dabei sogar Lukas Podolski feiern.
Joachim Löw hatte "Handball" erwartet, und er bekam Handball. Oder besser: Fußball, der wie Handball aussah. Allerdings hatte der Bundestrainer mit seiner Prophezeiung nicht diese dynamische, kraftbetonte und daher äußerst beliebte Sportart gemeint, die in den Arenen von Kiel, Flensburg oder Hamburg gespielt wird. Sondern eher eine hilflose Form der Fußballverweigerung: "Der Gegner steht mit zehn Mann im Strafraum herum", bildet eine Art Halbkreis wie beim Handball, "in einer Breite von vielleicht 40 Metern und in einer Tiefe von vielleicht 20 Metern." Das waren vor dem EM-Qualifikationsspiel am Dienstagabend in Köln Löws Vermessungsdaten für Aserbaidschan. Nach dem Spiel konnte er zufrieden sagen: "Die Mannschaft hat teilweise toll kombiniert. Es macht Spaß, diese Kombinationen wieder zu sehen. Es ist gut, dass wir nach dem 3:0 nicht aufgehört haben, sondern weitergespielt haben."
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Wieder glücklich: Lukas Podolski herzt Mesut Özil, während Philipp Lahm zusehen muss. (© Reuters)
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Dass der Bundestrainer in diesem Jahr eine Mannschaft beisammen hat, die Fußball spielen kann, daran hatte nicht nur die WM in Südafrika keinen Zweifel gelassen, sondern auch der Auftakt in die neue Punkterunde vergangenen Freitag in Belgien (1:0). Wie diese Elf - nach rauschenden Festen unter anderem gegen England und Argentinien - nun mit dem schmucklosen Fußball-Alltag zurechtkommen würde - die Beantwortung dieser Frage stand aus. Und am Ende durfte Joachim Löw festhalten, dass seine Männer auch diese Herausforderung bestanden hatten: Durch die Tore von Heiko Westermann, Lukas Podolski, Miroslav Klose (2) und Holger Badstuber, dazu ein Eigentor, hieß es gegen Aserbaidschan am Ende 6:1. Und wenn Löw das Spiel in einen griffigen Lehrsatz packen wollte, dann würde der lauten: Man muss auch gegen Handballer Fußball spielen.
Vielleicht gibt es für so einen Alltagstest keinen besseren Ort als das Stadion von Köln, wo man - Lukas Podolski kann davon erzählen - auch holprige Fußballspiele gewöhnt ist und der Nationalelf ein solches wohl verziehen hätte. Hauptsache, das Viva Colonia kommt flüssig aus den Lautsprechern. Joachim Löw und Berti Vogts saßen vor dem Anpfiff zum entspannten Plausch zusammen, als wären sie ausschließlich alte Bekannte und nicht dazu noch die Trainer zweier rivalisierender Mannschaften. Aber genau genommen hatte Vogts ja schon vor Wochen die Waffen gestreckt, eine "Lehrstunde, für die man sonst sehr viel Geld zahlen muss", hatte er für seine Spieler aus dem Fußball-Entwicklungsland Aserbaidschan erwartet, noch dazu vor 43.000 Zuschauern: "Diese Kulisse wird sie beeindrucken, sie spielen sonst vor 200 Leuten", übertrieb Vogts.
Aber auch eine Lehrstunde hält bisweilen Überraschungen bereit - die erste war gleich mal die Rolle von Philipp Lahm. Weniger überraschend war dabei noch, dass man ihm beim Absingen der Hymnen einen Jungen vor die Brust gestellt hatte, der ihm bis an die Nasenspitze reichte (das Bild dürfte Michael Ballack gefallen haben). Überraschend war, dass der Ersatzkapitän nach langer Zeit mal wieder auf der linken Seite zum Einsatz kam. Der Schalker Heiko Westermann, den viele für den verletzten Marcell Jansen hinten links erwartet hatten, blieb zunächst auf der Bank, stattdessen durfte sich der Wolfsburger Sascha Riether rechts in der Viererkette beweisen.
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Totilas und sein Reiter
"Da Sie außer Ihren offensichtlichen Begabungen zum Fußballkenner auch noch besser Reportagen abliefern können, gehören Sie zu den Multitalenten."
Nur weil sich bei ARD und ZDF Fußballkenner und Fußballreporter ausschließen, muss das nicht für jeden gelten. ;-) Um ein Multitalent zu sein, gehören schon noch mehr Begabungen dazu... ;-)
Naja, wenn Podolski gegen höherklassige Mannschaften spielt, dann ist er blass bis schlecht. Siehe WM... Siehe sogar schon Belgien.
ich dneke er hatte bis jetzt immer das Glück, dass immer dann wenn er in Frage stand Gegner wie San Marino, malta oder Aserbaidschan auf dem Spielplan standen, gegen die er mit seinen limitierten Fähigkeiten doch brillieren konnte...
"Vielleicht sollte man Podolsky nur noch gegen solche Mannschaften einsetzen - und gegen richtige (?) Mannschaften richtige (?) Fußballer, wie z.B. Kroos oder Jansen oder Marin."
Das macht nicht "man", sondern Löw. Da der nach Ihrer Meinung noch nicht weiß, was ein "richtiger" Fußballer ist, rate ich dazu, es ihm diese Tatsachen zu unterbreiten und nicht uns, Denn wir sind alle Trainer unserer "richtigen" Fußballer. So hat jeder seine "Richtigen".
Da Sie außer Ihren offensichtlichen Begabungen zum Fußballkenner auch noch besser Reportagen abliefern können, gehören Sie zu den Multitalenten.
So weit ich weiß, spielt der HSV aber in weiße-rot.
Genauer gesagt: In weißen Trikots, roten Hosen und blauen Stutzen mit schwarz-weißer Krempe. Dshalb ist der HSV auch als ROTHOSEN bekannt.
Zu sagen er spiele in schwarz-weiß-blau ist so, als würde man behaupten, der TSV München von 1860 spiele in grün-gold. ;-)
Und "etwas wird erinnert" ist ein Modeasudrck, der um sich greift, grammatikalisch aber leider falsch ist, da "erinnern" im Deutschen nur reflektiv (also in Kombination mit "sich" kombiniert) verwendet werden kann.
"Man erinnert sich an etwas" und nicht "Man erinnert etwas".
Aber da können Sie nichts für.
"Der Schalker Heiko Westermann, ..." im letzten Absatz hier auf der Seite dürfte zwar recht erfreut sein, dass die blau-weißen Meriten seiner Karriere in München noch erinnert werden, alldieweil spielt der Jung jetzt in Schwarz-Weiß-Blau beim HaeSVau... Schämt Euch, Münchner! :-)
Wie gestern dieser Podolski in der ARD wieder in den Himmel gelobt wurde... Gut, er hatte gut gespielt. Aber bitte, der Gegner war Aserbaidschan. Und wenn man sich die Länderspielhistorie Podolskis anguckt, dann stellt man fest, dass er eigtl immer gegen diese unterklassigen nationalmannschaften gut gespielt hat und den mit Abstand größten Teil seiner Tore gegen solche Mannschaften geschossen hat.
Gut, man sollte froh sein, dass es solche Spieler in den Reihen der deutschen Nationalmannschaft gibt - früher tat man sich ja gerade gegen diese "Fußballzwerge" schwer mit Toreschießen (ob zu Seelers, Müllers, Rumenigges, Völlers, Klinsis oder Bierhoffs Zeiten).
Vielleicht sollte man Podolski nur noch gegen solche Mannschaften einsetzen - und gegen richtige Mannschaften richtige Fußballer, wie z.B. Kroos oder Jansen oder Marin.
Und ich weiß ja nicht, welche Szene bei Herrn Catuogno gezeigt wurde, aber so lief das ganz sicher nicht ab.
"Und schließlich kurz vor dem Abpfiff: Pass Cacau, Schuss Klose, 6:1."
Für diese Szene gibt es nur 2 Beschreibungsmöglichkeiten:
"Und schließlich Pass von Podolski auf Cacau, der verstolpert und Klose staubt ab, 6:1."
oder:
"Und schließlich Pass von Pdolskie auf Cacau, der leitet kongenial mit der Hacke weiter auf Klose, 6:1."
;-)