Schalke verpasst Sieg in Hannover Zehn Minuten zu früh gefreut

Ein unterhaltsames Spiel endet mit einem gerechten 2:2: Weil der FC Schalke am Ende zu schläfrig agiert, schafft Hannover 96 nach 1:2-Rückstand noch den späten Ausgleich. Die Gelsenkirchener müssen sich ärgern, dass sie trotz guter Leistung nicht mehr als einen Punkt mit nach Hause nehmen dürfen.

Sie hatten das Spiel gebogen, waren eigentlich die bessere Mannschaft - und doch musste sich Schalke 04 am Ende in Hannover ärgern. Die Gelsenkirchener müssen weiter auf seinen ersten Auftaktsieg in der Bundesliga seit 2009 warten. Die Elf von Trainer Huub Stevens lag beim 2:2 (0:1) zum Saisonauftakt in der Hannoveraner Arena zwar dank Treffer von Torschützenkönig Klaas-Jan Huntelaar (52. Minute) und Lewis Holtby (64.) bis zehn Minuten vor dem Ende in Führung, musste dann aber noch den Ausgleich durch Adrian Nikci (80.) hinnehmen.

Klaas-Jan Huntelaar (re.) traf auch diesmal wieder für Schalke. 

(Foto: AP)

Hannover, dass durch ein Tor von Felipe (43.) mit 1:0 in die Pause gegangen war, wahrte somit seine Heimserie und ist vor eigenem Publikum seit nun 16 Monaten ohne Niederlage in einem Punktspiel. Vor 49.000 Zuschauern waren die Gäste zunächst die bessere zweier durchschnittlicher Mannschaften.

Angetrieben vom starken Holtby drückte Schalke in den Anfangsminuten aufs Tempo und kam zumindest nach Standardsituationen zu ersten aussichtsreichen Aktionen. Kyriakos Papadopoulos und Roman Neustädter (beide 7.) ließen ihre Chancen nach einem Eckball allerdings ebenso ungenutzt wie Huntelaar (10.). Der

Niederländer führte sein Team in Abwesenheit des angeschlagenen Benedikt Höwedes als Kapitän an. Hannover mühte sich hingegen lange Zeit vergeblich. Trainer Mirko Slomka hatte in seiner Startelf auf ein kompaktes Mittelfeld mit Sergio Pinto, Leon Andreasen und Manuel Schmiedebach gesetzt - die Kreativität im Spiel nach vorn litt unter dieser Variante spürbar.

Schalke hatte wenig Mühe, die Aktionen der Platzherren früh zu unterbinden. Allerdings lief mit zunehmender Dauer der Partie auch in der Offensive der Gelsenkirchener immer weniger zusammen. Erst Ciprian Marica, der als zweite Spitze neben Huntelaar auflief und den Vorzug vor Flügelspieler Tranquillo Barnetta erhalten hatte, sorgte mit zwei Chancen wieder für ein wenig Gefahr (39. und 40.).

Möglichkeiten für Hannover gab es hingegen nicht - bis zur 43. Minute. Der Ex-Schalker Christian Pander gab einen Freistoß vom linken Flügel in die Mitte, wo Felipe gänzlich unbedrängt einköpfen konnte. Die Führung sorgte bei den Niedersachsen für den zuvor vermissten Schwung. Noch vor der Pause hätte Andreasen nach einem starken Solo von Jan Schlaudraff erhöhen können. In seinem ersten Bundesligaspiel nach 875-tägiger Verletzungspause konnte der Däne seinen Kopfball aber nicht mit dem nötigen Druck platzieren (45.+1).

Nach dem Seitenwechsel schlugen die Gäste zurück und legten die bei Felipe schon in den vergangenen Wochen der Vorbereitungen offenkundigen Defizite im Zweikampfverhalten offen. Der Brasilianer agierte gegen den heran stürmenden Huntelaar zu zögerlich und der Torschützenkönig der vergangenen Saison traf mit wuchtigem Schuss zum Ausgleich.

Wirbler und Jäger hinter der Torlinie

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