Randale von Dynamo-Fans in Dortmund Ausschließen! Auf unbestimmte Zeit!

Pyrotechnik im Stadion, attackierte Passanten. An Einlasskontrolle war nicht mehr zu denken: Nach den schweren Ausschreitungen durch Dresdner Fans beim Pokalspiel in Dortmund muss der DFB reagieren - und Dynamo-Fans von Auswärtsspielen künftig fernhalten. Der Verein ist mit großen Teilen seiner Anhängerschaft überfordert.

Ein Kommentar von Freddie Röckenhaus

In Dortmund ist man aus den Derbys gegen Schalke so einiges an Provokation und Konfrontation gewöhnt. Zur Fankultur gehört das Hissen jeder Form von Piratenflaggen dazu. In Dortmund und Schalke kennen sie aber meist die Grenzen, die zum Spiel gehören. Man hält sich an Rituale und gefällt sich in oft humorvollen, intelligenten Verbal-Attacken auf den sogenannten Erzfeind.

Selbst altgediente BVB-Fans aus dem Lager der "Ultras" bezeichnen jedes Ruhrpott-Derby gegen Schalke deshalb als einen Kindergeburtstag im Vergleich zu dem, was am Dienstag die Fans von Dynamo Dresden gezielt inszenierten.

Ahnungslose Passanten wurden körperlich attackiert und geschlagen, Mütter mit Kindern, die sich auf ein Cupspiel vor 70.000 Zuschauern freuten, brachten sich aufgelöst und weinend in Sicherheit. An eine Eingangskontrolle am Stadion, etwa auf mitgebrachte Feuerwerkskörper, war gegen die Horden von 100-Kilo-Hünen nicht mehr zu denken, ohne zu riskieren, krankenhausreif geschlagen zu werden.

Meist versuchen Vereins-Verantwortliche, Deutscher Fußball-Bund (DFB) und Sozialforscher in solchen Fällen die Dinge zu relativieren und zu verharmlosen, indem sie stets auf einen nur kleinen Kern von Randalierern mit dem Finger zeigen. Doch bei Dresdens Fanszene greifen diese Erklär-Stereotype nicht. Bei Dynamo, heißt es in den Fan-Szenen schon länger, würden die "Selbstreinigungskräfte" nicht mehr greifen. Wer nicht selbst gewaltbereit sei, könne sich in bestimmten Fangruppen von Dynamo Dresden nicht mehr halten.

Selbst Fankreise, die sich sonst vehement gegen Stadionverbote wehren, gestehen inzwischen zu, dass man bei den Dynamo-Fans nur noch mit klaren Sanktionen weiter kommt: Der DFB und die Deutsche Fußball Liga (DFL), der Verbund der 36 Erst- und Zweitligisten, müssen Dresdens Fans für unbestimmte Zeit von Auswärtsspielen komplett ausschließen, falls es weiterhin nicht gelingt, den gewaltbereiten Kern zu isolieren. Alternativ sind kleine, mitreisende Gruppen denkbar, bis zu maximal 500 Fans, im Block eskortiert von einem Sicherheitsdienst.

Der Verein Dynamo Dresden wird die Resozialisierung von großen Teilen seiner Anhängerschaft nicht allein bewältigen können. In Dresdens Szene gilt Gewalt als akzeptierter als irgendwo sonst. Blöcke von Dynamo-Fans inszenieren sich gerne als "Wendeverlierer". 18-Jährige halten DDR-Fahnen und Transparente hoch mit Slogans wie: "Die Wende machte aus uns Monster".

Man sollte aber nicht darauf hereinfallen, die Gewalttätigkeiten für soziologisch oder politisch motiviert zu halten. Es ist vielmehr nichts als spätpubertäres, Testosteron-geschwängertes, pöbelndes Muskelspiel. Der DFB und der Fußball müssen den Mehr-als-Halbstarken zeigen, wo exakt die Grenze verläuft. Die Mehr-als-Halbstarken müssen künftig in Dresden bleiben.

Kerle! Wir brauchen echte Kerle!

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