Prominente Fußballer in Deutschland raten von diesem Schritt ab. In Kanada hat Fußball-Profi David Testo es jetzt getan: Der Spieler von Montreal Impact outete sich in einem Fernsehsender als schwul. Die sportliche Zukunft des 30-Jährigen ist ungewiss - jedoch nicht wegen seiner Homosexualität.
Ein junger, attraktiver Mann spricht mit fester Stimme. Er sagt: "Ich bin homosexuell, ich bin schwul. Ich habe mir das nicht ausgesucht, ich bin einfach so." David Testo ist Fußball-Profi und hat im kanadischen Fernsehen einen großen Schritt gewagt - ein öffentliches Coming-out.
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Karrierefortführung unklar: David Testo (re.), der sich im Fernsehen zu seiner Homosexualität bekannte. (© imago sportfotodienst)
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In dem Interview mit dem Sender CBC gibt der Kicker vom kanadischen Zweitliga-Klub Montreal Impact einen sehr privaten Einblick in den Konflikt, den er lange mit sich austragen musste. Als er erzählt: "Ich habe damit mein ganzes Leben gekämpft, meine ganze Karriere", ringt er ein paar Sekunden mit der Fassung und blickt nach unten. Man sieht ihm an, dass es eine harte Zeit für ihn war, eine große Last, von der er sich jetzt befreit hat. "Es ist unglaublich schwierig, als Profisportler zu leben und schwul zu sein."
Prominente deutsche Spieler raten schwulen Fußballern trotzdem oder gerade deswegen davon ab, sich zu outen. Bremens Keeper Tim Wiese sagte in einem Interview mit der Bunten: "Der würde von Fans niedergemacht. Fußball ist trotz der vielen Frauen im Stadion ein Machosport." Viele Fans seien da erbarmungslos. DFB-Präsident Theo Zwanziger ermunterte schwule Profis dennoch, den Schritt zu wagen: "Ich würde es mutig finden und begrüßen, wenn sich ein Bundesliga-Spieler outen würde. Er hätte auch die Unterstützung des DFB und von mir", sagte Zwanziger im März.
Doch auch Bayern-Verteidiger Philipp Lahm oder Arne Friedrich sehen das skeptisch. Gerade im Fußballgeschäft würde das schon auf einigen Gegenwind stoßen, sagte der frühere Wolfsburger Abwehrspieler.
Impact-Präsident Joey Saputo reagierte gelassen auf das Outing seines Spielers: "Das Bekenntnis von David Testo ist in der Tat sehr persönlich", sagte er. "Wir wussten bereits vor seiner Verpflichtung im Jahr 2007 von seiner Orientierung. Seine Entscheidung, nun an die Öffentlichkeit zu gehen, muss ihm sehr schwer gefallen sein und wir respektieren dies."
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Und wenn der Verein vorher von seiner Orientierung wußte, wie im Text zu lesen ist, dann ist der letzte Satz unsachlich.
Ich verstehe nicht, was daran so unverständlich sein soll, dass sich homosexuelle Fußballer nicht outen wollen. Es betrifft ja ihr Sein, sie fürchten gesellschaftliche Ächtung und die Konsequenz, ihren (Lieblings-)Beruf nicht ausüben zu können. Sie fürchten die Ablehnung ihres Seins. Was soll daran einfach sein? Dazu braucht es nicht nur Mut, sondern auch Verzweiflung, um das "öffentlich gestehen" zu können.
Am meisten ärgern mich dabei auch diese Ratschläge wie der von Herrn Zwanziger, es sollen sich mehr schwule Profis outen... dann wird alles gut und wir anderen hatten keine Arbeit damit - oder wie soll man das verstehen?
Mir ist unverständlich, warum sich in unserer angeblich so toleranten Zeit, kein Verein findet, kein großer Verein, der das mal unterstützend in die Hand nimmt und dem sich Outenden zur Seite springt, mit einem starken Statement. Vielleicht wäre ein Outing leichter, im Kontext einer Vertragsverlängerung unterfüttert von entspannten Kommentaren seiner Mitspieler.
Es liegt ja nicht alleine an den schwulen Fußballern, dass das Thema ein Problem ist. Es liegt auch an der Gesellschaft. Also müssen sich nicht nur die Fußballer outen, sondern auch die Gesellschaft und das ginge im ersten Schritt über die Loyalität des Vereines.