Massimiliano Allegri im Interview Juve-Trainer Allegri: "Ich halte Khedira für einen ganz großen Spieler"

Bewundert Pep Guardiola: Juve-Trainer Massimiliano Allegri d

(Foto: dpa)

Der FC Bayern trifft im Achtelfinale der Champions League auf Juventus Turin. Im Interview spricht der italienische Trainer über den Stil von Pep Guardiola.

Von Birgit Schönau

Massimilano Allegri fürchtet sich vor der Klasse von Bayern-Stürmer Robert Lewandowski. Dies sagt der Trainer von Juventus Turin im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Allerdings will Allegri den polnischen Nationalspieler, der in 31 Pflichtspielen für den FC Bayern in der laufenden Saison 31 Tore erzielt hat, deshalb im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag nicht sonderbewachen lassen: "Wer für andere einen Käfig baut, der kann selbst nicht frei laufen."

Allegri, 48, von 2010 bis 2014 Coach des AC Mailand und seit Sommer 2014 bei Juve, will sich vor dem Spiel ohnehin nicht allzu sehr mit den Münchnern befassen: "Natürlich studiert man den Gegner, aber ohne 24 Stunden am Tag darüber zu grübeln. Das würde mich nur verrückt machen." Vielmehr will er sich auf die eigenen Stärken konzentrieren. Juve ist in Italien Tabellenführer und seit 15 Spielen ohne Punktverlust. Allegri sagt: "Ich kenne mich selbst, und ich kenne meine Spieler. Darauf kommt es an."

"Wir verehren die guten Techniker"

Juve gegen den FC Bayern, das ist auch das Duell der Trainer Allegri und Pep Guardiola. Allegri wirkt distanzierter vom Fußball als der Spanier, vielleicht etwas bodenständiger. Allerdings spricht der Italiener im SZ-Interview auch über Parallelen. "Wir kommen beide aus dem Mittelfeld, wir verehren die guten Techniker", sagt er: "Ich glaube, dass wir viel gemeinsam haben." Er bewundere Guardiola: "Sein Barcelona war von monströser Klasse."

Die Bayern gelten trotz großer Verletzungsprobleme als Favorit gegen Juve. Doch Allegri geht mit großem Selbstvertrauen in das Spiel. Er erklärt die Siegesserie seiner Mannschaft mit einer kontinuierlichen, positiven Entwicklung in dieser Spielzeit. Zunächst habe sein Team, das im Sommer das Champions-League-Finale gegen den FC Barcelona verloren hatte und dann in Andrea Pirlo, Arturo Vidal (zum FC Bayern) und Carlos Tevez wichtige Spieler abgeben musste, Schwierigkeiten gehabt, sich neu zu finden. "Als am Anfang die positiven Ergebnisse ausblieben, habe ich meinen Spielern gesagt: Unser erstes Saisonziel ist jetzt der Klassenverbleib", sagt Allegri: "Und irgendwann kam dann der Punkt, an dem wir andere, weiter gesteckte Ziele angestrebt haben. Jetzt wollen wir wieder die Meisterschaft."

Die Rolle des Trainers hält er für überschätzt

Die Bedeutung seiner Person für den Erfolg von Juve möchte er nicht überbewertet wissen: "Wenn Trainer wirklich so wichtig wären, wie manchmal behauptet wird, dann würden die großen Klubs nicht Hunderte Millionen für Spieler ausgeben." Sehr wichtig sei zum Beispiel der deutsche Nationalspieler Sami Khedira, der nach Verletzungsproblemen immer besser in Form kommt und mittlerweile Stammspieler im Juve-Mittelfeld ist: "Ich halte Sami für einen ganz großen Spieler. Er ist umsichtig, er versteht es großartig, das Spiel zu lesen und zu animieren. Er strahlt einfach Ruhe aus. Er macht sehr wenig Fehler, steht fast immer richtig. Wir sind sehr froh, ihn zu haben."

Das ganze Interview lesen Sie mit SZ Plus:

"Ich schaue gern auf das Meer"

Juventus-Coach Massimiliano Allegri über die Macht des Trainers, Pep Guardiola, seine Senatoren und einen Bayern-Spieler, den er besonders fürchtet. Von Birgit Schönau mehr ...