Liga-Reform Bundesliga-Klubs wollen sich DFB-Pokalrunde sparen

Bundesliga-Verein diskutieren über den DFB-Pokal.

(Foto: Lukas Schulze/dpa)
  • 16 Bundesliga-Vereine beschließen ein Strategiepapier, in dem Reformen für den deutschen Fußballs angedacht sind.
  • So soll die Verteilung der TV-Gelder neu geregelt werden, auch ein neuer Modus im DFB-Pokal steht zur Diskussion.
  • Der Deutsche Fußball-Bund soll weiter professionalisiert werden.

Der deutsche Fußball steht vor Veränderungen, die die Bundesliga international weiter nach vorn bringen sollen. Nachdem die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Donnerstag ihre Unterstützung für die Einführung des Videobeweises bekundet hatte, wurden nun weitere Reformvorschläge in einem Strategiepapier der Bundesligisten festgehalten. Dabei handelt es sich laut Peter Peters, Vorstandsmitglied des FC Schalke 04 und Vize-Präsident des Ligaverbandes, um einen "unverbindlichen Gedankenaustausch" von 16 Klubs.

"Wir wollen ja alle auch in Zukunft eine wettbewerbsfähige Bundesliga haben - und deshalb muss man sich Gedanken machen und Konzepte erarbeiten, was dafür zu tun ist", sagte Peters.

In Sachen DFB-Pokal wird in dem Strategiepapier ein späteres Einsteigen der Bundesligisten und speziell der Europacup-Teilnehmer in den Wettbewerb angeregt. In den europäischen Topligen in Spanien, England und Italien ist das gängige Praxis. Für die nächsten drei Spielzeiten ist ein neuer Modus aber noch kein Thema.

Während Dortmunds Trainer Thomas Tuchel sagte, er habe sich sofort verliebt in den Vorschlag, rät der scheidende Bayern-Trainer Pep Guardiola davon ab, den Wettbewerb zu reformieren: "Es ist richtig perfekt. In Spanien ist es mit zwei Spielen sehr kompliziert, aber hier ist es mit einem Spiel sehr attraktiv und sehr interessant."

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Bekommt die zweite Liga weniger Geld?

In dem Papier der Vereine geht es auch um die Verteilung der zukünftigen Fernsehgelder. Dabei könnte die zweite Liga weniger profitieren als bisher. Bisher streichen ihre Klubs 20 Prozent der Einnahmen ein. Dieser Anteil könnte bis auf 14 Prozent schrumpfen.

Das kritisierte St. Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig: "Im Zusammenhang mit unserem seinerzeit gestellten Antrag stand immer der Solidaritätsgedanke zwischen der Bundesliga und der zweiten Bundesliga im Vordergrund. Nicht zuletzt deshalb haben wir uns damals entschieden, unseren Antrag zurückzuziehen." Er hatte noch im Herbst angeregt, konzern- und investorengeführte Clubs wie Bayer Leverkusen, den VfL Wolfsburg oder 1899 Hoffenheim künftig von der Verteilung der TV-Gelder auszuschließen. nun sei er enttäuscht.