Internationaler Sportgerichtshof Cas "Jeder hat das Recht, enttäuscht zu sein"

Matthieu Reeb, 48, ist ein Schweizer Jurist. Er ist seit dem Jahr 2000 Generalsekretär des Internationalen Sportgerichtshofes (Cas) in Lausanne.

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Der Cas-Generalsekretär Matthieu Reeb über den Umgang mit der russischen Doping-Causa und die heftige Kritik von IOC-Präsident Thomas Bach am Gericht.

Interview von Johannes Aumüller

SZ: Herr Reeb, nichts hat den Cas zuletzt so beschäftigt wie die Bewertung des russischen Dopingskandals, insbesondere der Umgang mit den lebenslangen Olympia-Sperren für 39 russische Sportler. War das eine sehr besondere Situation?

Matthieu Reeb: Ja, denn es war kein typischer Dopingfall. Wir hatten diese 39 Fälle einzeln zu bewerten, in relativ kurzer Zeit. Es gab Hearings, die insgesamt 60 Stunden dauerten, Zeugenbefragungen des russischen Kronzeugen Grigorij Rodtschenkow und des kanadischen Sonderermittlers Richard McLaren. Die Schiedsrichter mussten Zehntausende Seiten bearbeiten. ...