"Wir haben hochverdient verloren. Das tut weh": Nach dem 0:3 gegen Deutschland hat Bondscoach Bert van Marwijk die Gewissheit, dass die Niederlande von der europäischen Spitze ein Stück entfernt ist. Von der deutschen Elf zeigt er sich hingegen tief beeindruckt.
Ob Bert van Marwijk seine Worte bewusst wählte, um sein kleines, fußballverrücktes Land aufzuwecken? Oder ob es einfach aus ihm herausplatzte? Nach dem deprimierenden 0:3 gegen die deutsche Elf in der Hamburger Arena nahm der Bondscoach auf dem Podium der Pressekonferenz Platz, nippte mangels Glases direkt aus der Wasserflasche und erklärte kurzerhand: "Für uns war es ein peinliches Spiel. Wir haben hochverdient verloren. Das tut weh."
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Ratlos im Mittelfeld: Mark van Bommel kam meist zu spät - und wurde am Ende gar getunnelt. (© Bongarts/Getty Images)
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Als zweitbeste Mannschaft Europas hatte Bundestrainer Joachim Löw die Holländer vor dem Kräftemessen gepriesen - der Fußballabend in Hamburg zeigte, dass nicht nur er sich offenbar geirrt hatte. Spanien und Deutschland wirken spielerisch viel weiter enteilt, als manch einer vermutet hatte. Die Holländer hingegen sind, zumindest in dieser Verfassung, ein gutes Stück von beiden Topteams entfernt. "Es ist gut für die EM, dass wir das jetzt wissen", erklärte van Marwijk trocken, "und nicht erst in einem halben Jahr."
Lange Jahre hatten die Holländer die Gewissheit, dass sie in Europa den besten, den schönsten Fußball spielten - vielleicht sogar den best-schönsten der ganzen Welt. Das ist längst nicht mehr so. Schon im WM-Finale 2010 versuchten sie, den überlegenen Spaniern mit überhartem Spiel beizukommen - und scheiterten. Gegen den alten Rivalen aus Deutschland nun, wenn auch nur in einem Testspiel, halfen ihnen nicht einmal mehr rohes Spiel und waghalsige Grätschen.
"Die haben unglaublich gespielt", sagte van Marwijk über die deutschen Spieler, die seine Abwehr ein ums andere Mal narrten, "die haben viel mehr Potential als wir." Das war der Gipfel seiner Analyse. Schlimmeres kann ein Holländer über seinen Nachbarn eigentlich kaum sagen.
Die heimische Presse sah das ähnlich. "Oranje chancenlos", titelte De Telegraaf in seiner Mittwochausgabe: "In Hamburg haben unsere Nachbarn die Mannschaft mit einem äußerst bissigen und schnellen Spiel deklassiert." Der Amsterdamer Volkskrant schrieb gar: "Deutschland war ein harmonisches Orchester, die Niederlande eine angetrunkene Blaskapelle ohne Dirigenten."
Auch van Marwijk hatte in den 90 Minuten zuvor allerhand Deprimierendes gesehen. Wie die Deutschen die rechte Abwehrseite der Niederlande auseinanderdividierten, insbesondere über Mesut Özil und Thomas Müller, die stets mindestens zwei Schritte schneller waren als jeder holländische Abwehrspieler, der sich ihnen in den Weg stellte. Wie Edson Braafheid von einer Überforderung in die nächste stolperte, wie selbst ein hervorragender Fußballer wie Wesley Snijder diesem Wirbel nichts entgegenzusetzen hatte und sich nur mit harten Fouls zu helfen wusste.
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Champions-League-Finale
Die haben mit gut glück gegen die Österreicher gewonnen (siehe Kicker) daher war der System richtig und wichtig!
Warum sind die Deutschen nach Ihrer Meinung in der Ukraine einer Beinahe-Blamage entgangen?
Es müsste sich doch mittlerweile rumgesprochen haben, dass es eine Systemveränderung gegeben hat, ohne es zu trainieren. Es sollte ein Ernstfall dargestellt werden. Auch bei einer Niederlage wäre es keine Blamage gewesen. Aber dass die Mannschaft dann doch noch aus dem 1:3 ein 3:3 gemacht hat, zeigt die kämpferische Moral, die im Ernstfall abgerufen werden muss. In diesem Falle geschah es in einem testspiel. Was will man dann noch, ausser meckern, des Meckerns wegen.
Der Trainer hat es auf sich genommen, eventuell schlecht auszusehen, aber den Mut dazu gehabt, solch einen Ernstfall nachzustellen. Wenn der mal in einem Turnier eintreten sollte, werden die Spieler dazu in der Lage sein, anders darauf zu reagieren.
Mal ganz davon abgesehen: Wie würde sich es darstellen, wenn eine Mannschaft immer gewinnen würde, sei es auch sein Spezi-Verein, würde das noch kitzeln. Für mich wäre das nichts. Für mich muss immer Spannung sein, die nur dann vorhanden ist, wenn auch die Gefahr einer Niederlage besteht.
Es lebe die immerwährende deutsche Meckerei.
ähnlichen Traumfußball wie heute zuweilen Deutschland. Und im Viertelfinale wurden sie von den Russen nach Hause geschickt.
Aber seit gefuehlten Jahrzehnten macht es wieder, der Nationalmannschaft zuzusehen, sogar in einem Freundschaftsspiel !
Schade nur, dass wir nur einen guten Aussenverteidiger haben und damit jedem guten Gegner eine Sollbruchstelle (auf rechts) anbieten, aehnlich wie es Bratheid fuer "uns" darstellte.
Im Gegensatz zu der deutschen 11 zeigen die Holländer erst, was sie können, wenn es darauf ankommt. Wie die deutsche Mannschaft bei der EM spielen will, kann jetzt lange genug von jedem anderen Trainer studiert werden.
Paging