FC Bayern vor dem Spiel gegen Manchester Fußball kommt später

Pep Guardiola hat am Dienstag ein radikales Bekenntnis abgelegt: Ja, er liebt das schöne Spiel, aber den Sieg liebt er noch viel mehr. Erst kommen die Titel, der Fußball kommt dann später. So gründlich hat er noch nie in seine Prioritätenliste schauen lassen, aber wer die letzten Spiele verfolgt hat, hat das immerhin erahnen können.

Wer bei Guardiola Fehler sucht, hat da vielleicht sogar welche finden können; von dem unwiderstehlichen, auf scharfem Gegenpressing erbauten Pep-Fußball des Herbstes war zuletzt nicht mehr viel zu entdecken, die ständigen Personalrochaden sind nicht spurlos an der Elf vorübergegangen. Wer Guardiola aber am Dienstag reden hörte, wird das für eine bewusste Entscheidung halten: Guardiola hat zuletzt vor allem atmosphärisch gecoacht, er hat nicht unbedingt an der bestmöglichen Startelf gearbeitet, eher am bestmöglichen Betriebsklima. Guardiola weiß, dass er für seine Ich-hole-alle-Heynckes-Titel-Mission eine intakte Gruppe braucht, und er weiß, dass die individuelle Qualität der Spieler groß genug ist, um das zu schaffen.

Gegen Manchester kann es sowieso keinen echten Pep-Fußball geben, dafür braucht Pep Mittelfeldspieler, Mittelfeldspieler, Mittelfeldspieler, aber Schweinsteiger und Martínez sind gesperrt, und Thiago fehlt bis Saisonende. "Ich habe nur noch Toni Kroos", sagt Guardiola, "und vielleicht Philipp Lahm." Für den Rest der Saison muss Pep Guardiola Pragmatiker sein, aber in Augsburg hat er gezeigt, dass er auch in dieser Rolle gnadenlos sein kann. "Ich bin mir sicher, dass wir ins Halbfinale gehen", hat er am Dienstag noch gesagt.

Quelle: Opta Sportdaten

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