Bundesliga Wie der Rummel über den FC Augsburg hereinbricht

Banger Blick nach unten: Nach der Niederlage in Ingolstadt trennen Ragnar Klavan (in weiß) und den FC Augsburg nur zwei Punkte von Platz 16.

(Foto: Adam Pretty/Getty Images)
  • TV-Liveübertragung, Schwarzmarkt-Tickets für 1500 Euro: Der FC Augsburg weckt ein nie da gewesenes Interesse - erst geht's gegen die Bayern, dann kommt Liverpool.
  • Der Verein will aber langfristig Erfolg haben - und schmiedet Pläne.
Von Markus Schäflein

Auf der Internetseite der Uefa findet sich aus aktuellem Anlass der Artikel: "Ten claims to fame: Augsburg" - zehn Gründe, weshalb man den FC Augsburg kennen sollte. Der Artikel, in dem dieser Verein vorgestellt werden soll, der nun also bald auf den FC Liverpool trifft, beginnt allerdings recht unspektakulär: "Nickname: Die Fuggerstädter (the Fugger-towners)", "Uefa club competition honours (runners-up in brackets): none", "Domestic honours (most recent triumph in brackets): none". Nationale oder europaweite Titel aufzulisten, war nicht möglich. Wenigstens folgt dann noch ein Absatz über Helmut Haller.

Es ist erst zehn Jahre her, da spielte der FC Augsburg in der Regionalliga Süd vor 1500 Zuschauern. Und nun kostet eine Eintrittskarte für ein Augsburger Heimspiel 1500 Euro. Derartige Preise werden auf Ebay von Schwarzhändlern für das Europa-League-Heimspiel gegen Liverpool aufgerufen, das zum Verkaufsstart Mitte Januar binnen einer Stunde ausverkauft war.

Unter 100 Euro sind auch für die schlechtesten Plätze in der Arena, die bei internationalen Spielen 26 160 Zuschauer fasst, längst keine Karten mehr zu bekommen. Da trifft es sich gut, dass auch Sport1 die Begeisterung erkannt hat: Das Heimspiel am 18.Februar wird live übertragen, während Dortmund, Schalke und Leverkusen anschließend nur in Zusammenfassungen zu sehen sind. Das überbordende Interesse ist natürlich auch der Rückkehr von Jürgen Klopp nach Deutschland zuzuschreiben, beim FCA sind sie dennoch stolz über die unverhoffte Aufmerksamkeit.

Angesichts von Liverpool gerät es beinahe in den Hintergrund, dass am Sonntag erst einmal der FC Bayern München nach Augsburg kommt (Startpreis bei Ebay für Karten mit eingeschränkter Sicht: 2,50 Euro). Augsburgs Manager Stefan Reuter freut sich über den großen Nachbarn aber mindestens genauso wie über Liverpool: "Wir wollen jedes Jahr gegen den FC Bayern spielen", sagt Reuter, "denn dann wissen wir, dass wir in der Bundesliga sind."

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In der Bundesliga zu bleiben - das ist es, was vorrangig zählt. Nur zwei Zähler trennen die Augsburger nach der Niederlage in Ingolstadt vom Abstiegs-Relegationsplatz. Und in dieser Hinsicht könnte sich der fabelhafte Februar als Stolperfalle erweisen: Dass sie gegen die Bayern wieder 1:0 siegen wie in den vergangenen beiden Bundesliga-Rückspielen, ist eher unwahrscheinlich, da es für die Münchner im Gegensatz zu den vergangenen Treffen diesmal noch um viel geht.

Vor dem Derby steht nun Tobias Werner nach drei Monaten Verletzungspause vor der Rückkehr in den Kader. "Er ist seit einer Woche wieder im Training, und er ist beschwerdefrei", sagte Trainer Markus Weinzierl am Freitag. Werner war wegen einer Schambeinentzündung ausgefallen. Ob der wegen Knieproblemen in dieser Woche gehandicapte Dong-Won Ji am Sonntag (17.30 Uhr/Liveticker SZ.de) auflaufen kann, ließ Weinzierl offen. Weiter fehlen wird dagegen der am Sprunggelenk verletzte Mittelfeldchef Daniel Baier. "Der Heilungsverlauf sieht gut aus, aber das dauert. Wir hoffen, dass er die Verletzung schnell auskuriert", erklärte Weinzierl.

Aber natürlich wollen die Schwaben den großen Nachbarn erneut piesacken: "Das ist definitiv mit das schönste Spiel. Bayern dominiert die Bundesliga. Wir brauchen einen Sahne-Tag, dass wir sie schlagen können", sagte Weinzierl. "Wir müssen aggressiv und mutig auftreten. Es geht darum, dem FC Bayern auch den Spaß zu nehmen!"

Nach dem Spiel gegen die Bayern tritt der FCA in der Bundesliga zum enorm wichtigen Spiel beim Tabellenletzten Hannover an - die Partie liegt genau zwischen den beiden Treffen mit Liverpool. Und nur drei Tage nach dem Rückspiel kommt Mönchengladbach. "Die Tabellensituation ist gefährlich", meint Manager Reuter. Und der Spielplan ebenfalls.

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