1:0 für Michael Ballack: Er darf sich weiter Kapitän der deutschen Elf nennen, und Philipp Lahm nimmt eine besondere Rolle ein. Auch Manuel Neuer darf sich freuen.
Es ist vollbracht - die Kapitänsfrage ist entschieden: Michael Ballack bleibt der Capitano der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Sein Konkurrent um die Binde, Philipp Lahm, wird sein erster Stellvertreter.
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Der Capitano bleibt an Bord. Doch so ganz für sich alleine hat Michael Ballack das Kapitänsamt der deutschen Nationalelf dann doch nicht. (© dpa)
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"Es geht heute nicht nur um die K-, sondern auch um die B- und die A-Frage", leitete DFB-Sprecher Harald Stenger die heutige Pressekonferenz ein. Am Freitag steht das EM-Qualifikationsspiel gegen Belgien an, vier Tage später spielt die deutsche Elf gegen Aserbaidschan.
Zum Anfang stellte auch Bundestrainer Joachim Löw erst einmal fest: "Die Spielweise unserer Mannschaft bei der WM hat uns sehr viel Respekt eingebracht. Aber nun sind wir in einer neuen Phase." Die EM-Qualifiaktion sei kein Selbstläufer, "die EM-Qualifikation ist ein Marathon".
Ein persönliches Gespräch
Doch der entscheidende Satz dieser Pressekonferenz lautete: "Ich habe ein persönliches Gespräch mit Michael Ballack geführt und bin zur Entscheidung gekommen, dass Ballack der Kapitän bleibt." Die Entscheidung in der K-Frage zugunsten des bisherigen Kapitäns sei einvernehmlich erfolgt - auch Philipp Lahm habe sie akzeptiert.
Doch die jetzige Verfassung des 33-jährigen Ballack sei noch nicht ausreichend, um der Nationalelf zu helfen. Darum wird vorerst Philipp Lahm - wie schon bei der WM in Südafrika - die deutsche Elf als Kapitän auf den Rasen führen. Michael Ballack war vor der WM brutal gefoult und am Knöchel verletzt worden, verpasste deshalb die Weltmeisterschaft und verlor vorübergehend das Kapitänsamt an Lahm. Er kam in dieser Saison zwar in den ersten beiden Bundesligaspielen für seinen neuen Klub, Bayer Leverkusen, zum Einsatz - doch er ist noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte.
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Lafontaine verzichtet auf Kandidatur
Da macht der Löw aus einer Selbstverständlichkeit eine Papstwahl.
Mit sich selbst als Gott.
Wer auf dem Platz die Armbinde trägt, ist doch so unwichtig, wie nur was. Wer hat denn die Mannschaft bei der WM angetrieben? Lahm oder Schweinsteiger?
Wenn in einem der nächsten Spiele, wo Ballack wieder dabei ist, dieser lahmt, wird doch wieder Schweinsteiger antreiben. Für die Mannschaft ist letztlich nicht entscheidend, wer Kapitän ist, sondern wer im Spiel die richtigen Impulse setzt.
Und außerhabl vom Platz ist die Kapitänsfrage ungefähr so interessant wie die Frage nach dem Namen der nächsten Ehefrau von Matthäus.
Monatelanges Blabla & ein wachsweicher Kompromiss, der keinen zufriedenstellen kann. Hauptsache der Schwabe Löw blieb monatelang auf den Titelseiten und in täglichen Pressekonferenzen. Früher bewegte die Wahl des Spielführers kaum einen Trainer, geschweige denn einen Vereinsvorstand oder die Fans. Die Spieler brauchten keine Hilfskrücken, um aus ihrer Mitte ihr "Vorbild", den Mann ihres Vertrauens zu bestimmen.
Der nach außen wenig bedeutsame Posten wurde zum "Kapitän". Das titelgeile neue Deutschland brauchte eine Steigerung, denn Ballack hatte zuletzt in England gekickt. Mangels eines passenden englischen Namens behalf man sich mit Italienisch. Aus dem Kapitän wurde der "Capitano", übersetzt nur "Hauptmann". Ein stolzer Titel für einen hiermit getrösteten (fast) ausrangierten Kicker als Vorstufe zum „Ehrenspielführer“?
Mit seinen als große Entscheidung verkauften Nichtentscheidungen bereitet sich der Bundestrainer offensichtlich auf seinen nächsten Job vor: Kanzleramtssprecher. Immer schön blumig bleiben!
*lol* auf was für Ideen die Leuten kommen.
Ballack sei eine "Mimose", er sei zu alt für die Nationalmannschaft, oder, Lahm "hat seine Sache gutgemacht" (wo war der 'Kapitän' Lahm eigentlich während des Halbfinalspiels gegen Spanien?).
Egal. So hat man immer was zum Lachen.
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