DFB-Pokal "Warum es immer dem HSV passiert..."

Die Hamburger Spieler gucken bedröppelt drein.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Der Hamburger SV blamiert sich in der ersten Runde des DFB-Pokals: Beim Drittligisten Osnabrück verliert der HSV mit 1:3.
  • Mit dem FC Augsburg erwischt es in Magdeburg einen zweiten Erstligisten.
  • Hier geht es zu den Ergebnissen des DFB-Pokals.

Sportdirektor Jens Todt flüchtete aus dem Stadion, die Spieler wurden vor der Fankurve ausgepfiffen: Als die Pokal-Blamage des Hamburger SV beim VfL Osnabrück perfekt war, konnte auch DFB-Präsident Reinhard Grindel keinen Trost mehr spenden. Auf dem Weg in die Kabine beachteten die niedergeschlagenen Profis nach ihrer peinlichen 1:3 (0:1)-Niederlage beim Drittligisten trotz 72-minütiger Überzahl den auf den Platz eilenden Grindel nicht einmal.

Der Schock und die Enttäuschung saßen zu tief. Eine Woche vor Saisonstart in der Fußball-Bundesliga ist beim Dino schon wieder reichlich Feuer unterm Dach. Von einer sorgenfreien Saison, die sich Trainer Markus Gisdol so sehnlichst gewünscht hatte, scheint der HSV weit entfernt. "Warum es immer dem HSV passiert, kann ich auch nicht sagen", sagte Gisdol: "Wir hatten gefühlt 80 Prozent Ballbesitz. Unser Passspiel war aber unsauber und die wenigen Chancen des Gegners haben wir schlecht verteidigt. Nach der Roten Karte waren wir in der Defensive nicht mehr konsequent genug."

Auch die Spieler haderten mit ihrer schwachen Vorstellung. "Wenn man vorne seine Chancen nicht nutzt, wird man hinten bestraft. Das Hauptproblem war, dass wir es nicht geschafft haben, nach dem Rückstand ruhig weiterzuspielen. Uns fehlt die Selbstverständlichkeit, einfach ein Tor zu schießen", sagte Zugang Andre Hahn nach der Pleite bei aufopferungsvoll kämpfenden Niedersachsen, die in Liga drei nach vier Begegnungen noch sieglos sind.

Das von den 16.000 Zuschauern an der ausverkauften Bremer Brücke bejubelte Führungstor gelang Mannschaftskapitän Halil Savran in der 39. Minute. Marc Heider nach einem sehenswerten Konter (61.) und der Ex-Hamburger Ahmet Arslan (71.) legten für die nach Rot gegen Marcel Appiah (18./Notbremse) in Unterzahl spielenden Gastgeber nach. Bobby Wood konnte per Foulelfmeter (74.) für die einfallslosen Hamburger nur noch verkürzen. "Wir haben überragend gekämpft. Der Sieg bedeutet uns sehr viel", sagte Savran.

Augsburg raus, RB Leipzig locker weiter

Ebenfalls raus ist der FC Augsburg. Beim Drittligisten 1. FC Magdeburg verlor das Team von Trainer Manuel Baum seine Erstrundenpartie mit 0:2 (0:0). Schon 2014 war der FCA beim damaligen Regionalligisten in der ersten Runde mit 0:1 aus dem Pokal geflogen. Kurios: Christian Beck (87.) traf wie vor drei Jahren für den Landespokalsieger von Sachsen-Anhalt. Tobias Schwede (90.+1) machte in der Nachspielzeit mit einen Treffer ins leere Tor alles klar.

Volle Härte im Grünwalder Stadion

Der TSV 1860 München scheitert im DFB-Pokal an Ingolstadt - auch weil Torwart Strobl nicht immer zwischen seinen Pfosten steht. Aus dem Stadion von Christoph Leischwitz mehr ...

Aufsteiger VfB Stuttgart ist dagegen an einer Blamage vorbeigeschrammt. Die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf mühte sich bei Regionalligist Energie Cottbus zu einem 4:3 im Elfmeterschießen. Nach der Verlängerung hatte es 2:2 (2:2, 0:2) gestanden. Benjamin Förster setzte den entscheidenden Elfmeter neben das Tor. Fabio Viteritti (5.) und Maximilian Zimmer (28.) per direkt verwandeltem Freistoß sorgten vor 17.516 Zuschauern für die verdiente Zwei-Tore-Führung der Lausitzer. Nach der Pause gelang Stuttgart durch Josip Brekalo (49.) nach sehenswertem Solo und José-Junior Matuwila (77., Eigentor) der Ausgleich.

Champions-League-Starter RB Leipzig hatte dagegen beim 5:0 (1:0) bei Verbandsliga-Aufsteiger Sportfreunde Dorfmerkingen keine große Mühe. Hannover 96 drehte ein 0:1 gegen den Regionalligisten Bonner SC noch in ein 6:2 (1:1) und schaffte den Sprung in die zweite Runde. Dort steht auch der VfL Wolfsburg, der beim 1:0 (0:0) gegen den Regionalligisten Eintracht Norderstedt allerdings deutlich mehr Mühe als erwartet hatte. Ignacio Camacho, für 15 Millionen Euro vom FC Malaga gekommen, erzielte in der 59. Spielminute per Kopf nach einer Ecke von Yunus Malli das Tor des Tages.

1860 München scheitert an Ingolstadt

Der FC Ingolstadt hat die Rückkehr des TSV 1860 München auf die große Fußball-Bühne rasch beendet. Die in die vierte Liga abgestürzten "Löwen" unterlagen erst nach einem großen Fight unglücklich gegen den Bundesliga-Absteiger mit 1:2 (0:1). Vor 12 500 Zuschauern im ausverkauften Grünwalder Stadion erzielte FCI-Angreifer Dario Lezcano nach einem schweren Torwartfehler von Unglücksrabe Alexander Strobl in der 20. Minute die Führung. Nach einem Freistoß von Nicolas Andermatt glich Felix Weber (66.) für die Münchner aus. Joker Stefan Kutschke verwandelte sechs Minuten vor dem Ende einen von Strobl verursachten Foulelfmeter. In der Nachspielzeit musste 1860-Verteidiger Jan Mauersberger nach Gelb-Rot vom Platz.

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Volle Härte im Grünwalder Stadion

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