Im Kampf der Systeme siegt José Mourinhos Inter Mailand gegen van Gaals Bayern München, weil der Argentinier Milito zwei Konter gekonnt abschließt. Und die Bayern trotz ewigem Ballbesitz den Weg zum Tor nicht finden.
Es war der Traum vom Triple. Nach Meisterschaft und Pokal hatte der Verein die einmalige Möglichkeit, auch die Champions League zu gewinnen. Völlig überraschend war das gekommen, weil der Start unter dem Trainer Louis van Gaal im vergangenen Jahr misslungen war, doch dann kam dieser FC Bayern derart ins Laufen, dass eigentlich niemand damit rechnete, dass diese Mannschaft noch einmal in dieser Lebenszeit ein Spiel verlieren könnte. Doch dann geschah das Undenkbare: Der FC Bayern verlor das Finale im Santiago-Bernabeu-Stadion von Madrid gegen Inter Mailand mit 0:2. Zweimal traf der Argentinier Diego Milito ins Münchner Tor.
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Wenn die einen Feiern, und die anderen Trauern: Daniel van Buyten (l.) und Mark van Bommel vor den Fans von Inter Mailand. (© ag.ddp)
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Einen Tag vor dem Finale hatten sich die beiden Trainer mal wieder getroffen: Louis van Gaal und José Mourinho, vor vielen Jahren Trainer und Co-Trainer in Barcelona. "Es war schön. Ein bisschen emotional", berichtete van Gaal. Für die beiden Taktik-Experten war von vorneherein klar, wie das Spiel verlaufen würde: Bayern kontrolliert meist den Ball, Inter versucht, das Münchner Spiel zu stören, ja zu zerstören, und dann schnell nach vorne zu passen. "Wir spielen meistens gegen verteidigende Gegner, wir sind das gewöhnt", gab sich van Gaal zuversichtlich.
Der Niederländer schickte die erwartete Elf auf den Rasen in Madrid (der gut gewachsen und eben war wie mit der Wasserwaage geschnitten): Hamit Altintop ersetzte den gesperrten Franck Ribéry auf der linken Seite. Einzig offene Position bei Inter war eine heikle Personalie: Wer sollte links hinten gegen Arjen Robben verteidigen? Mourinho entschied sich für den Rumänen Christian Chivu.
Der niederländische Tempodribbler stellte den Inter-Verteidiger gleich vor die erste unlösbare Aufgabe, nach neun Minuten überlief ihn Robben, dann auch Walter Samuel, die Hereingabe konnte Ivica Olic aber nicht Richtung Tor bringen. Es war die erste Chance des Spiels, die erste Aktion, die das Patt im Mittelfeld auflöste.
Zumeist standen sich die Mannschaften wie abwartende Judo-Ringer gegenüber. Es kam genauso, wie van Gaal und alle Fußballexperten es vorausgesagt hatten. Die Münchner hatten nach einer halben Stunde 63 Prozent Ballbesitz, aber der Strafraum schien Sperrgebiet. Inter versuchte es in der gegnerischen Spielhälfte mit Pressing, klappte das nicht, zog sich die gesamte Mannschaft zurück. Wenn nötig wie im Handball in und um den eigenen Strafraum.
Chivu bekam gegen Robben stets Hilfe von Goran Pandev oder Esteban Cambiasso oder dem Innenverteidiger Samuel. Auf der rechten Inter-Seite rannte Samuel Eto'o mehr nach hinten als er Akzente für den Angriff beisteuerte. So rangen die Mailänder zumeist erfolgreich mit den angreifenden Bayern, Robbens beste Aktion blieb die nach neun Minuten. Und der erste wirkungsvolle Schlag gelang ihnen dann selbst: Torwart Julio Cesar drosch den Ball nach vorne, Diego Milito gewann den Kopfball gegen den viel zu passiven Martin Demichelis. Er verlängerte auf Wesley Sneijder, Milito startete nach vorne durch, und weil Sneijder einen perfekten Pass spielte, stand der Argentinier alleine vor Torwart und Butt und hob den Ball überlegt zum 1:0 ins Netz (34.).
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