Geoffrey Mutai gewinnt Boston-Marathon Ein Weltrekord, der keiner ist

Der Kenianer Geoffrey Mutai unterbietet beim Boston-Marathon Haile Gebrselassies Weltrekord um 57 Sekunden - doch die neue Bestmarke zählt nicht.

Nie war ein Mensch auf der Marathonstrecke schneller als Geoffrey Mutai, doch der Sieg des Kenianers beim 115. Boston-Marathon warf am Montag viele Fragen auf. Erst hieß es, er habe einen neuen Weltrekord aufgestellt - doch offiziell wird der nun wohl doch nicht gezählt. Zwar blieb Mutai in 2:03:02 Stunden um 57 Sekunden unter der von Haile Gebrselassie 2008 in Berlin aufgestellten Weltrekordzeit (2:03:59 Stunden), dennoch behält der Äthiopier weiterhin seine Bestmarke.

Geoffrey Mutai läuft in Boston nach 2:03:02 Stunden über die Ziellinie.

(Foto: dpa)

"Das Streckenprofil hier in Boston entspricht nicht den Anforderungen eines Weltrekordkurses", sagte Chris Conley, der Pressesprecher des Boston-Marathons. Beim ältesten Stadtmarathon der Welt handelt es sich im Gegensatz zu Berlin nicht um einen Rundkurs. Die Strecke in der nordamerikanischen Metropole ist zwar hügelig und windanfällig, die Ziellinie in Downtown Boston liegt aber erheblich tiefer als der Start.

Mutais Zeit wird in jedem Fall als Streckenrekord geführt und bringt dem 29-Jährigen neben der Siegprämie von 150.000 Dollar zudem ein Preisgeld von 25.000 Dollar ein.

Mutai hatte die erst im Vorjahr aufgestellte Streckenbestmarke seines Landsmanns Robert Kiprono Cheruiyot (2:05:52 Stunden) klar unterboten und seine eigene Bestzeit um knapp zwei Minuten gesteigert. Auch der zweitplatzierte Kenianer Moses Mosop, der nur vier Sekunden später ins Ziel kam, blieb unter Gebrselassies Weltrekordzeit.

"Ich hatte eigentlich nicht an eine so schnelle Zeit gedacht, aber im Laufe des Rennens, so fünf bis zehn Kilometer vor dem Ziel, mitbekommen, dass wir ziemlich schnell unterwegs sind", sagte Mutai nach seinem Triumph. Auch der drittplatzierte Gebre Gebremariam aus Äthiopien erreichte in 2:04:53 Stunden eine Weltklassezeit.

Bei den Frauen setzte sich die Kenianerin Caroline Kilel in 2:22:36 Stunden mit zwei Sekunden Vorsprung gegen die überraschend starke US-Amerikanerin Desiree Davila durch. Dritte wurde Kilels Landsfrau Sahron Cherop (2:22:42 Stunden).