Bayern-Spieler Robben nach Sieg in Wolfsburg Gomez geht einfach zum Duschen

Auch Robben und Gomez, die unzufriedenen Promis im Kader, blieben ein Thema. Dabei war aufschlussreich, wie die Akteure mit ihrer Situation umgingen. Gomez, der Überlegte, stiefelte trotz Kurzeinsatz mit breitem Grinsen die Katakomben entlang. "Ich gehe jetzt duschen", befand der Nationalstürmer, der erst in der 83. Minute eingewechselt worden war. Einen weiteren Kommentar wollte er nicht abgeben. Gomez ging duschen. Und sagte keinen Ton mehr.

Anders Robben. Auch der Niederländer hatte die Situation im Grunde trefflich erfasst. Sein spätes Tor habe ihn kurz gefreut, sagte der Flügelstürmer, mehr aber auch nicht. Und er wolle sich auch gar nicht über die eigene Situation und über seinen Bankplatz auslassen. Robben sagte: "Am besten gehe ich zum Bus, bevor ich hier noch Dinge sage..."

Robben hielt nicht Wort, ging nicht zum Bus. Die 78 Minuten auf der Bank hatten seine Laune nachhaltig gedrückt. "Ich war wieder nur auf der Bank, das ist für mich enttäuschend", klagte Robben. Natürlich wolle er Profi sein und sich nicht zu sehr beklagen. Das schade nur der Mannschaft. Auch das Gespräch mit Trainer Heynckes sucht er nicht - der Coach kenne schließlich seine Meinung: "Ich will einfach mehr spielen, ich will Spaß haben. Deswegen bin ich nicht so froh."

Auch der Gedanke an die kommende Aufgabe in der Champions League gegen den FC Arsenal erheiterte Robben kaum. Es steht schließlich die nächste Demütigung für den stolzen Spieler an. Schwer vorstellbar, dass Heynckes ausgerechnet in der Königsklasse seine offensive Formation durchwirbelt.

Rasenschach - die Fußball-Taktikkolumne Geschicktes Verschieben im Angriff

Dem Offensivwirbel bei Bayer Leverkusen liegt in dieser Saison eine taktische Rochade zu Grunde: Das Trainerduo Lewandowski/Hyppiä hat der Mannschaft eine Variante im Umschaltspiel verpasst, von der vor allem Andre Schürrle und Gonzalo Castro profitieren - weil sie weiter nach innen rücken, kommen sie öfter zum Torabschluss.

(Video: Süddeutsche.de, Foto: dpa/Süddeutsche.de)

Angesprochen auf einen möglichen Platz in der Startelf am Dienstag sagte Robben: "Ich habe schon mehr Hoffnung gehabt." Deutliche Worte von einem, der eigentlich nichts sagen wollte.

Der Rest der Mannschaft sieht der Aufgabe in London freudiger entgegen. Kapitän Philipp Lahm rutschte gar heraus: "Es ist gut, dass es endlich wieder gegen einen echten Gegner geht." Arjen Robben wäre schon froh, könnte er mehr als 13 Minuten Fußball spielen. Egal gegen welchen Gegner.