Übernachten im Wald Träumen unter Bäumen

Nachts im Wald, da kann einem schon mal mulmig werden. Aber nicht in diesen Unterkünften. Tipps zum Übernachten vom Ufo am Polarkreis bis zum Hobbit-Haus in Hessen.

Von Annika Brohm

Vom Winde bewegt

In drei bis vier Metern Höhe baumeln die kugelförmigen Baumhäuser des Hotels "Free Spirit Spheres" auf Vancouver Island, einer Insel im Südwesten Kanadas. Von Weitem wirkt es, als würden die Konstruktionen schweben - tatsächlich werden sie aber von dünnen Seilen getragen. Eine Übernachtung in einer der drei Holzkabinen mit den lieblichen Namen Eve, Eryn und Melody ist deshalb eine wackelige Angelegenheit: Bewegt man sich im Inneren, wiegt die Kugel hin und her; jeder Windhauch ist spürbar.

www.freespiritspheres.com, 200 bis 230 Euro pro Nacht für zwei Personen

Einfacher geht es nicht

Wo früher Köhler und Waldarbeiter geschlafen haben, befindet sich heute das "primitivste Hotel Schwedens". In Kolarbyn, einem ehemaligen Köhlerdorf in der Nähe des Örtchens Skinnskatteberg, kann man in einer Erdhütte mitten im Wald übernachten. Hier passt die Bezeichnung Öko-Lodge mal wirklich: In den Holzverschlägen gibt es keinen Strom und kein fließendes Wasser, einzig ein Kamin sorgt für etwas Licht und Wärme. Dafür kann man die Wildnis Schwedens erleben: Im Wald gibt es Elche, Wölfe und Bären.

www.wildsweden.com/kolarbyn-ecolodge/, 39 Euro pro Nacht pro P.

Nester für Ästheten

Etwa 60 Kilometer vom Polarkreis entfernt haben sich die Schweden Kent und Britta Lindvall einen lang gehegten Traum erfüllt: Seit sieben Jahren betreiben sie in Harads in Lappland das "Treehotel". Jedes ihrer sechs Baumhäuser wurde von einem anderen Architekten entworfen. In einem Ufo kann man dort etwa übernachten, in einem verspiegelten Würfel oder auch in einem riesigen Vogelnest. Letzteres eignet sich nach Angaben der Inhaber besonders gut für einen Familienurlaub.

www.treehotel.se, ab 510 Euro pro Nacht für zwei Personen, jede weitere Person 90 Euro

Wipfelstube und Astpalast

(Foto: Kulturinsel Einsiedel)

Im Osten Sachsens befindet sich, damit rühmen sich zumindest die Betreiber des Freizeitparks "Kulturinsel Einsiedel", das erste Baumhaushotel Deutschlands. Jede der insgesamt neun Wipfelstuben folgt einer eigenen Geschichte: Das Luftschloss der Lichtelfe Fiona ist besonders verspielt eingerichtet, im Astpalast des Hafenarbeiters Thor Alfsons finden sich Kostbarkeiten aus den sieben Weltmeeren - und in Bodelmutzens Geisterhaus spukt es hin und wieder.

www.kulturinsel.com, zwischen 230 Euro für vier Personen und 340 Euro pro Nacht für 6 Personen

Hausen wie ein Hobbit

(Foto: Outdoor Zentrum Lahntal)

Wer die Verfilmungen des Romans "Der Hobbit" von J. R. R. Tolkien kennt, der weiß, wie heimelig die Erdhäuser der Fantasiewesen anmuten. Im Outdoor-Zentrum Lahntal in Hessen kann man nun so ähnlich übernachten: Auf den Dächern wuchert Gras, die Räume sind klein, verwinkelt und urgemütlich. Von einer Hängematte im Inneren des Hobbithauses blickt man direkt in den Wald. Dabei kann man die Hasen und Pfauen beobachten, die von Zeit zu Zeit am Fenster vorbeiziehen.

www.outdoor-zentrum-lahntal.de/holzhaeuser.html, 150 Euro pro Nacht für zwei Personen, jede weitere Person zahlt 30 Euro

Ein Bett im Wolfsrudel

(Foto: Tree Inn)

Wer hier übernachtet, der wird unter Umständen vom Heulen der Wölfe geweckt: Das "Tree Inn"-Hotel im niedersächsischen Dörverden befindet sich direkt über einem Wolfsgehege. Über eine Hängebrücke erreicht man die luxuriös ausgestatteten Baumhäuser in fünf Metern Höhe. Mit etwas Glück kann man durch die großzügige Fensterfront die elf Wölfe beobachten, die in dem Wildpark leben - und wer dem Rudel noch näher kommen will, kann einen Tierpfleger in das Gehege begleiten.

www.tree-inn.de, 350 Euro pro Nacht für 2 Personen in der Nebensaison (1.11. bis 14.3.) und 420 Euro in der Hauptsaison (15.3. bis 31.10.)

Aussicht mit Zimmer

(Foto: Bangkok Tree House)

Umgeben von Mangroven und Palmen ragen die Bambushäuser des "Bangkok Tree House" in die Höhe. Mit dem Hotel auf der vom Fluss Chao Phraya hufeisenförmig umschlossenen Halbinsel Bang Kachao mitten in der thailändischen Hauptstadt wollte Inhaber Joey Tulyanond einen Ort zum Durchatmen schaffen: Autos sind hier nicht erlaubt. Verkehrslärm hört man also nicht, stattdessen kann man dem Gesang der Vögel und Zikaden lauschen. Die beste Aussicht hat man dabei im "View with a room" - einem Holzplateau ohne Wände und Dächer.

www.bangkoktreehouse.com, ab 125 Euro pro Nacht für zwei P.

Wohnen in Waben

Rustikalen Charme sucht man hier vergebens: Wie überdimensionale Honigwaben wirken die Baumhäuser "Grüne Wiek" auf dem Gelände der Jugendherberge Beckerwitz in Mecklenburg-Vorpommern. In den Holzbauten, bestehend aus zwei Schlafwaben und einer Aufenthaltswabe, finden jeweils bis zu sechs Personen Platz, die drunter und drüber wohnen. Besonders gut eignet sich die Unterkunft am Waldrand für Klassenfahrten. Das liegt auch an den günstigen Preisen.

www.gruenewiek.de, 99 Euro pro Nacht für 6 Personen in der Nebensaison, 119 Euro in der Hauptsaison, 150 Euro in der Hochsaison

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Rinde streicheln und barfuß gehen: Manche Menschen glauben an eine heilsame Wirkung des Waldes. In Südtirol finden sie dazu spezielle Urlaubsangebote. Von Ingrid Brunner mehr...