Städte imitieren Pharrell Williams' Musikvideo Happy auf der ganzen Welt

In dem Musikvideo zu "Happy" tanzen Pharrell Williams und andere rhythmusbegabte Amerikaner gut gelaunt durch Los Angeles. Das Glück wohnt also in L.A.? Das lassen andere Großstädte nicht auf sich sitzen und kontern mit eigenen Clips.

Von Carolin Gasteiger

Im französischen Anger tanzt eine Frau auf Stelzen, in Bukarest schält ein junger Mann im Takt Möhren und in Zürich hüpfen junge Mädchen zur Musik durch die Straßenbahn.

Und alles nur wegen Pharrell Williams. In seinem Musikvideo zu "Happy" tanzt der US-Sänger durch Los Angeles und trägt dabei ausnahmsweise nicht die linke Hand in der Hosentasche. Der Internet-Clip, der angeblich längste weltweit, dauert 24 Stunden, und Zuschauer können per Mausklick die Ausschnitte einer bestimmten Tageszeit ansehen.

Aber nicht nur der Künstler selbst ist zu Anfang jeder vollen Stunde zu sehen. Neben Promis wie Steve Carell (er hat seinen Auftritt in einem Schulbus um 5:08 pm, nach einem irgendwann etwas erschöpft wirkenden Rock-'n'-Roll-Paar) laufen, tanzen und singen auch Kinder, lässige junge Leute, Anzugträger und Senioren zu "Happy" durch die Straßen der Stadt. Meine Güte, sind die glücklich in Los Angeles!

24 Stunden demonstrative Fröhlichkeit

Warum sollte man sich das gleiche Lied anhören - immer und immer wieder? Musikproduzent Pharrell Williams hat zu dem Song "Happy" ein Video gedreht, das 24 Stunden dauert. Die virale Marketingstrategie scheint aufzugehen. Dabei ist der Song naiver als manches Kinderlied. Von Anne Hemmes mehr ...

Obwohl der Song gar nicht als Ode an L.A. gedacht war, versteht man ihn in vielen Städten als Aufforderung: Hey, wir sind mindestens genauso happy in London, in Sydney, in Hongkong! Dieser Website zufolge haben sich Menschen in mehr als 280 Städten weltweit seit vergangenem November dazu inspirieren lassen, Pharrell Williams' Clip nachzutanzen. Und es werden täglich mehr. Auch deutsche Städte wie Berlin, Hamburg, Köln, zuletzt Münster sind darunter.

Wie im Original machen Menschen jeden Alters mit, vom Kleinkind mit Schnuller im Mund bis zum angelnden Großvater, vom verrückten Portier bis zum tanzenden Brautpaar. Mal ist auch ein Hund zu sehen, auf den Bermudas springt sogar ein Delfin aus dem Wasser.

Nur die gute Laune zählt, nicht die Sehenswürdigkeiten: In einigen Videos spielt die jeweilige Metropole kaum eine Rolle, die fröhlichen Stadtbewohner könnten überall swingen. Von dem Tanz durch die U-Bahn lässt sich nur schwer auf Berlin schließen. Und wer weiß schon, wie die Bahnhofshalle in Zürich aussieht, die im Video immer wieder zu sehen ist?

Trotzdem schaffen die Videos alle in wenigen Minuten, wofür Marketingprofis sonst monatelang an mehr oder weniger gelungenen Kampagnen tüfteln: Sie machen Lust auf einen Städtetrip. Und die Message funktioniert: "Bucharest must be a very happy place. I want to go there", steht als Kommentar unter dem Youtube-Video. Ein virales Stadtmarketing eben, das alle glücklich macht.

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