Musikvideo von Pharrell Williams:24 Stunden demonstrative Fröhlichkeit

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Gibt es zu viel des Guten? Das gilt offenbar nicht für Pharrell Williams neuen Song "Happy".

(Foto: AFP)

Warum sollte man sich das gleiche Lied anhören - immer und immer wieder? Musikproduzent Pharrell Williams hat zu dem Song "Happy" ein Video gedreht, das 24 Stunden dauert. Die virale Marketingstrategie scheint aufzugehen. Dabei ist der Song naiver als manches Kinderlied.

Von Anne Hemmes

Gibt es ein Zuviel, wenn etwas gut ist? Von zu viel Schokolade wird einem meistens schlecht. Aber wie ist es bei Musik? Der Produzent und Sänger Pharrell Williams hat ein Musikvideo gedreht, das nicht enden will. Der Clip zu seinem neuen Lied "Happy" - Titelsong zum Film "Ich einfach unverbesserlich 2" - dauert 24 Stunden. Schlecht wird einem davon trotzdem nicht.

Den Clip anzusehen, macht vor allem deshalb Spaß, weil der Zuschauer (oder Zuhörer) selbst in den Ablauf eingreifen kann. Auf einer großen Uhr kann man beliebig vor- und zurückspringen in der Zeit. Zu jeder Uhrzeit sind andere Menschen zu sehen, die - ganz happy - anfangen zu tanzen. Sei es beim Warten an der Haltestelle, beim Spaziergang durch die Stadt oder beim Joggen. Die Szenen sind an die Tageszeit angepasst, es wird jeweils hell oder dunkel.

Die "24 hours of Happiness" verbreiten sich viral. In den vergangenen Stunden wurde das Musikvideo tausende Male auf Twitter und Facebook gepostet. Das Video sorgt bei den meisten anscheinend für Begeisterung und gute Laune, die PR-Strategie des interaktiven 24-Stunden-Clips scheint aufzugehen.

Gedreht wurde das Video zu dem Lied, das ursprünglich nur vier Minuten dauert, in Los Angeles. Dafür engagierte Williams den französischen Regisseur und Musiker Woodkid. Die meisten Personen, die in dem Video auftauchen, sind Unbekannte. Frauen, Männer, Jugendliche, Kinder, die mit einem Grinsen auf dem Gesicht zum Takt wippen, mitsingen, in die Hände klatschen. Auch ein paar Prominente tauchen in dem demonstrativ fröhlichen Videoclip auf, unter anderem Magic Johnson, Jamie Foxx, Kelly Osbourne, Steve Carrell und US-Talker Jimmy Kimmel. Pharrell Williams tanzt an ein paar Stellen des Videos selbst mit.

Der Text ist simpel, beinahe kindisch naiv, aber strategisch passend - jeder kann ihn mitsingen. "Klatsch mit, wenn Du Dich wie ein Zimmer ohne Dach fühlst. Weil ich glücklich bin. Klatsch mit, wenn Du denkst, dass Frohsinn die Wahrheit ist." Nicht von ungefähr erinnert dieser Text an das Kinderlied "If you're happy and you know it, clap your hands."

Auch Bob Dylan setzt bei der aktuellen Vermarktung seines Klassikers "Like A Rolling Stone" (von 1965) auf virales Marketing: Auf einer Webseite kann sich der Zuschauer durch ein Programm mit 16 Fernsehkanälen zappen. Egal, ob Sport oder Nachrichten, auf jedem Kanal läuft das Musikvideo.

© SZ.de/ahem /kjan/rus
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