Keine Kohle mehr: Nachrichten aus Nordrhein-Westfalen sind derzeit selten gut. Dennoch gibt es hier viel Schönes zu entdecken, etwa Teufelssteine oder den Platz, an dem Gott Urlaub macht. Tipps von Süddeutsche.de-Autoren mit Heim- oder Fernweh.
Straelen am Niederrhein
Wie vielfältig das Bundesland Nordrhein-Westfalen ist, zeigt sich schon an den zahlreichen regionalen Unterscheidungen: Da wäre das Sauerland, das Münsterland, das Ruhrgebiet, das Rheinland, das Bergische Land oder zum Beispiel der Niederrhein - ganz besonders reizvoll, das sei an dieser Stelle verbürgt, ist der sogenannte linke Niederrhein. Die Gegend, die sich gerade noch so zwischen Krefeld und holländische Grenze gequetscht hat, ist vor allem eines: flach.
So weit das Auge reicht, kann man hier in die Ferne schauen, vorausgesetzt es findet sich ein Hügelchen von mehr als 30 Metern Höhe (selten!). Schön ist das. Und wie nett die Leute sind! Nicht so dauerfröhlich wie die Kölner, aber auch nicht so barsch wie mancher Pottbewohner, sondern eher rheinisch gelassen und herzlich.
Hier sagt man aus tiefstem Herzen "Dat" und "Wat" und wer in Bayern ein Schlingel oder ein Bazi ist, heißt hier "Tünnes". Besondere Erwähnung verdient die hinreißende Kreissstadt Straelen (sprich: Straaah-lön): Hübsche Backsteinhäuser, ein gemütlicher Marktplatz und das berühmte "Filetstübchen" nahe der Kirche laden zum Verweilen ein. Und weil man hier fast schon in Holland ist, kann man beim Wirt Joachim Dielen eine frisch frittierte "Frikandel" genießen. Wat lecker!
Jonas Beckenkamp
Bild: DPA11. Mai 2012, 18:43 2012-05-11 18:43:44 © Süddeutsche.de/kaeb/vio