Flughafen Berlin Brandenburg Schon zu klein

Ein Planungsfehler oder ganz normales Vorgehen auf einer Großbaustelle? Noch bevor er überhaupt eröffnet ist, wird der neue Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg um eine Zusatzhalle erweitert. Diesen Bedarf hatte der seit Monaten laufende Testbetrieb ergeben.

Womöglich war die bisherige Zahl der Check-In-Schalter zu knapp bemessen: Noch vor seiner Eröffnung am 3. Juni wird der neue Flughafen Berlin Brandenburg erweitert. Um mehr Abfertigungsschalter zur Verfügung zu haben, errichtet der Betreiber in den nächsten Wochen am Terminal eine zusätzliche Halle in Leichtbauweise. Der Probebetrieb mit Tausenden Komparsen im Hauptgebäude habe gezeigt, dass sich zu Spitzenzeiten längere Warteschlangen bilden könnten, sagte Flughafensprecher Leif Erichsen. Er bestätigte damit einen Bericht der Tageszeitung B.Z.

Der Anbau kostet nach Flughafen-Angaben rund 2,5 Millionen Euro, insgesamt werden für den neuen Flughafen Baukosten in Höhe von 2,5 Milliarden Euro veranschlagt. In der eingeschossigen Halle sollen 20 Check-in-Schalter und mehrere Schleusen für die Sicherheitskontrolle untergebracht werden. Im Hauptgebäude können 96 Schalter geöffnet werden.

Bis zu 4500 Passagiere pro Stunde

In Stoßzeiten erwartet der neue Flughafen in Schönefeld bis zu 4500 Passagiere pro Stunde. Dafür ist die Abfertigung eigentlich auch ausgelegt. Die nun geplanten 20 Zusatzschalter seien eine "Sicherheitsreserve" für die Anfangszeit nach Inbetriebnahme des Flughafens, der nach dem früheren Bundeskanzler Willy Brandt benannt wird.

Den Beschluss dazu habe das Management vor einer Woche gefasst. Wenn alles glatt laufe, könne die Leichtbauhalle schnell wieder abgebaut werden, sagte der Sprecher. An den Erwartungen für das Passagieraufkommen habe sich nichts geändert, fügte Erichsen hinzu. Der Terminal biete Platz für bis zu 27 Millionen Fluggäste pro Jahr.

Zweite Erweiterung in der Bauphase

Das Provisorium an der Nordseite des Terminals ist die zweite Erweiterung in der Bauphase. Bereits gebaut wurden zwei Pavillons. In ihnen wird im kommenden Jahr ein Teil der neuen Sicherheitsschleusen untergebracht, die dann eingeführt werden. Die neuen Prüfgeräte können auch gefährliche Flüssigkeiten erkennen. Sie benötigen etwa doppelt so viel Platz wie die bisherigen Modelle. Hintergrund: Die EU will von April 2013 an wieder Getränke und andere Flüssigkeiten im Handgepäck zulassen. Deren Mitnahme an Bord ist seit einem versuchten Terroranschlag in London 2006 verboten.