[] Hat Maschmeyer in den Wahlkampf eingegriffen? Die Bild-Zeitung berichtet, die CDU habe einige tausend Exemplare des Buches gekauft und als Wahlwerbung für den Ministerpräsidenten verschenkt. Der Verlag schaltete demnach Anzeigen in regionalen Tageszeitungen, etwa der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung oder der Neuen Osnabrücker Zeitung. Der "Mediaplan" für die Kampagne ist laut Bild von Hoffmann-und-Campe-Geschäftsführer Bissinger erstellt worden. Er soll Maschmeyer frühzeitig darüber informiert haben. Ob der Unternehmer ein Mitspracherecht hatte, ist unklar.

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Carsten Maschmeyer mit Partnerin Veronica Ferres auf dem Bundespresseball 2009 (© dpa)

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[] Wieso zahlte Maschmeyer erst nach der Wiederwahl Wulffs? Die Kampagne soll mehr als 42.000 Euro gekostet haben. Bezahlt wurden die Zeitungsanzeigen laut Bild zunächst vom Verlag Hoffmann und Campe. Anfang November 2007 soll eine Mitarbeiterin des Verlags die Rechnungen an Maschmeyer weitergeleitet haben. Der Unternehmer soll sie aber erst am 19. Februar 2008 aus seiner privaten Geldbörse beglichen haben - 23 Tage nach der Wiederwahl von Christian Wulff. Warum der Verlag so lange auf sein Geld wartete, ist unklar.

[] Warum waren die Autoren nicht eingeweiht? Hugo Müller-Vogg, der Wulff mehrere Tage für das Buchprojekt interviewt hatte, will von dem Deal nichts gewusst haben. Ebensowenig wie Wulff. Erfahrene Buchautoren sagen, es sei durchaus üblich, dass Verlage Werbemaßnahmen ohne Rücksprache mit den Autoren durchführen. Gilt das auch für Politiker, die aufpassen müssen, dass kein Geschmäckle entsteht? "Sie können davon ausgehen, dass bei einem Werbevolumen von mehr als 40.000 Euro Gespräche geführt werden - zwischen Verlag, Autor und Sponsor", sagt ein Mitarbeiter eines Verlages, der anonym bleiben will.

Problematisch für Wulff ist auch, dass sein Krisenmanagement einer immer gleichen Logik zu folgen scheint. Der Präsident räumt nur jene Fehler ein, die juristisch nicht von Belang sind. Die moralische Schuld wird dabei ausgeklammert - mit dem Risiko, dass sie ihm später zur Last fällt.

So hieß es beim umstrittenen Privatkredit aus dem Hause Geerkens zunächst, die Gattin sei die Darlehensgeberin gewesen. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel stammt das Geld jedoch mittelbar von dem Unternehmer selbst. Bei den Urlauben pochte Wulff darauf, die Kosten selbst übernommen zu haben. Dass alleine die Vermittlung einer Villa in exquisiter Lage eine Begünstigung ist, blendete er aus.

Einem Bericht der Zeit zufolge war es außerdem Maschmeyer, nicht Wulff, der im Sommer 2010 auf die Idee kam, der Bundespräsident solle 300 Euro Miete pro Nacht in der Villa des Unternehmers auf Mallorca zahlen, um Ärger zu vermeiden.

Bei der Buch-Affäre heißt es nun, Wulff habe nichts vom Alleingang Maschmeyers gewusst. Juristisch dürfte die Angelegenheit unbedenklich sein, weil der Unternehmer nicht direkt die CDU begünstigte, sondern das Geld dem Verlag überwies.

Die Frage ist: Macht das die Sache für Wulff wirklich besser? Hätte er seinen Freund nicht bremsen müssen? Muss er sich jetzt öffentlich distanzieren? Die Opposition wird ihm diese Fragen stellen - ob er sich leisten kann, dazu zu schweigen, ist angesichts der Entwicklung der vergangenen Tage fraglich.

Angela Merkel hatte ihrem Präsidenten unlängst den Rücken gestärkt. In Berlin war jedoch zu hören, dies sei unter der Maßgabe geschehen, Wulff möge reinen Tisch machen. Die neuen Vorwürfe dürften der Bundeskanzlerin nicht gefallen.

"Ich könnte wochenlang ohne Politik sein", ließ sich Wulff im Buch Besser die Wahrheit zitieren. Gut möglich, dass er bald auf die Probe gestellt wird.

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  1. Verlage halten Buch-Deal für fragwürdig
  2. Sie lesen jetzt Wieso zahlte Maschmeyer so spät?
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(sueddeutsche.de/woja)