Guttenberg: Pläne für Reform Bundeswehr - Freiwillige, bitte vortreten

Die Bundeswehr der Zukunft nimmt Konturen an: Nach SZ-Informationen plant Verteidigungsminister Guttenberg, die Bundeswehr zur Freiwilligen-Armee zu machen. Die Truppe soll auf 165.000 Soldaten schrumpfen und die Wehrpflicht ausgesetzt werden. Wer freiwillig dienen will, ist trotzdem willkommen.

Von Peter Blechschmidt, Berlin

Die Bundeswehr der Zukunft wird voraussichtlich aus 165.000 Soldaten bestehen und freiwillig dienende Wehrpflichtige einschließen. Die Wehrpflicht würde praktisch ausgesetzt. Dieses Modell wird nach Informationen aus Regierungskreisen von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bevorzugt. Auch in den Koalitionsfraktionen werden diesem Plan die besten Chancen eingeräumt.

Unter Leitung von Generalinspekteur Volker Wieker hat das Verteidigungsministerium fünf Personalmodelle für den künftigen Umfang der Bundeswehr durchgerechnet. Guttenberg will sie am 23. August im Verteidigungs- und im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags erläutern. Zuvor will er Bundeskanzlerin Angela Merkel informieren.

Die zunächst von ihm selbst ins Gespräch gebrachte Radikallösung mit einer Reduzierung des gesamten Personals von jetzt 250.000 auf 150.000 Mann bei gleichzeitigem Verzicht auf die Wehrpflicht hat Guttenberg bereits verworfen.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung gibt er jetzt "Variante 4" den Vorzug. Sie sieht vor, die jetzige Zahl von 195.000 Zeit- und Berufssoldaten auf 156.000 zu reduzieren. Die Wehrpflicht soll erhalten bleiben, doch sollen nur solche Rekruten eingezogen werden, die sich freiwillig dazu bereiterklären.

Die Planer rechnen mit 7500 Freiwilligen pro Jahr. Zusammen mit einigen anderen Stellen, etwa bei der Flugbereitschaft oder bei der Sportförderung, käme die Bundeswehr auf eine Gesamtstärke von 165.000 bis 170.000 Soldaten.

Eine Bundeswehr in dieser Größenordnung wäre nach Ansicht von Militärexperten der Koalition bezahlbar und könnte ihre Aufgaben erfüllen. Ein freiwilliger Dienst ist nach dem Wehrpflichtgesetz möglich.

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