USA und Russland Trump soll Comey als "Spinner" bezeichnet haben

Kaum ist Donald Trump mit seiner First Lady Melania zur ersten Auslandsreise aufgebrochen, bereiten neue Enthüllungen dem Präsidenten weiteren Ärger.

(Foto: dpa)
  • In der Affäre um mögliche Verbindungen von Trumps Team nach Russland während seines Wahlkampfs sind neue Details bekannt geworden.
  • Wie die New York Times berichtet, soll Trump den von ihm gefeuerten FBI-Chef in einem umstrittenen Treffen mit russischen Diplomaten als "Spinner" bezeichnet haben.
  • Die Washington Post schreibt, ein enger Berater des Präsidenten sei ins Visier der Ermittler geraten.

Während Trump zu seiner ersten Auslandsreise aufgebrochen ist, sind neue Details über seine möglichen Verbindungen zu Russland und die damit verbundenen Ermittlungen bekannt geworden.

Die New York Times berichtet, Trump habe in einem Treffen mit Russlands Außenminister Sergei Lawrow und dem russischen Botschafter Sergei Kisljak damit geprahlt, dass er mit James Comey am Abend zuvor den Chef des FBI gefeuert habe. Außerdem soll er über Comey beleidigend gesprochen haben. "Ich habe gerade den Chef des FBI gefeuert - er war verrückt, ein richtiger Spinner", soll Trump gesagt haben. Die Zeitung beruft sich auf ein internes Protokoll des Weißen Hauses von dem Treffen, das Reportern der Times offenbar vorgelesen wurde.

Ein Sonderermittler soll Vertrauen schaffen

Das US-Justizministerium hat einen Ermittler mit hoher Glaubwürdigkeit auf die Aufklärung der Russland-Trump-Connection angesetzt. Was Robert Muellers Ernennung bedeutet. Von Johannes Kuhn mehr ...

"Es lastete viel Druck auf mir wegen Russland. Der ist jetzt weg", soll Trump außerdem gesagt haben. Und: "Gegen mich wird nicht ermittelt."

Ein mit dem Treffen vertrauter Mitarbeiter erklärte der Times, es habe vermutlich zu Trumps Verhandlungstaktik gehört, dem russischen Außenminister zu erzählen, unter welchem Druck er wegen der vermeintlichen russischen Einmischung in den Wahlkampf stehe. Trump habe so das Gefühl erzeugen wollen, Russland schulde ihm etwas als Wiedergutmachung - um den Diplomaten so anschließend Zugeständnisse in Sachen Syrien und Ukraine abzuringen.

Zuvor war Trump in die Kritik geraten, weil er in dem Treffen als streng geheim eingestufte Informationen über Anschlagspläne des "Islamischen Staates" an die russischen Vertreter weitergegeben hatte. Während das Team des Weißen Hauses versuchte, entsprechende Berichte zu entkräften, bestätigte Trump auf Twitter, die Informationen weitergegeben zu haben.

Sean Spicer, der Pressesprecher des Weißen Hauses, hat der New York Times zufolge die Echtheit des jetzt aufgetauchten Protokolls nicht abgestritten. In einem Statement soll er sich darüber beklagt haben, dass die Politisierung der Ermittlungen "unnötigen Druck" auf den Präsidenten aufgebaut habe. Sie würden dessen Bemühungen untergraben, mit Russland über Dinge wie die Ukraine, Syrien oder den "Islamischen Staat" zu reden.

Auch in einem Bericht der Washington Post geht es erneut um Trump und Russland. Der Post zufolge ist eine Berater aus dem Weißen Haus in den Fokus der Russland-Ermittlungen geraten. Die Zeitung beruft sich auf Kreise, die mit den Ermittlungen betraut sein sollen. Die verdächtige Person wird nicht genannt. Bisher war bekannt, dass vor allem Trumps ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn und sein früherer Wahlkampfchef Paul Manafort im Zentrum der Ermittlungen stehen.

Der getriebene Präsident geht auf Reisen

Donald Trump kann für ein paar Tage dem Chaos daheim entrinnen. Die erste Auslandsreise führt ihn auf heikles diplomatisches Terrain: in die Krisenregion Nahost, ins verstörte Europa - und zum Papst. Von Hubert Wetzel mehr...