USA Trumps Anwalt soll Pornodarstellerin Schweigegeld gezahlt haben

Soll über seinen Anwalt einer Pornodarstellerin vor der Wahl Schweigegeld gezahlt haben: Donald Trump.

(Foto: AP)
  • Donald Trumps Anwalt soll einer Pornodarstellerin 130 000 Dollar Schweigegeld gezahlt haben, damit sie nicht über eine angebliche sexuelle Begegnung mit dem heutigen US-Präsidenten spricht. Das berichten mehrere amerikanische Medien.
  • Das Geld soll einen Monat vor der US-Wahl ausgezahlt worden sein.
  • Trump und die Darstellerin Stephanie Clifford alias "Stormy Daniels" sollen sich im Juli 2006 getroffen haben, wenige Monate nach der Geburt von Trumps jüngstem Sohn Barron.

Es ist die Art von Stoff, über die Politiker in Demokratien stolpern, gerade im prüden Amerika. Der Anwalt von US-Präsident Donald Trump soll der Pornodarstellerin Stephanie Clifford 130 000 Dollar Schweigegeld gezahlt haben, um sie davon abzuhalten, über eine Affäre zwischen ihr und Trump zu berichten. Wie das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet, soll das Geld im Oktober 2016 geflossen sein, also kurz vor der US-Wahl.

Trumps Anwalt, Michael Cohen, wollte sich dem WSJ gegenüber nicht zu der Zahlung äußern. Er ließ das Blatt aber wissen, Trump bestreite jede Beziehung zu Clifford. Außerdem schickte er mehreren Medien eine von "Stormy Daniels" unterzeichnete Stellungnahme, in der diese leugnete, eine romantische oder sexuelle Beziehung zu Trump gehabt oder Schweigegeld von ihm erhalten zu haben. Stormy Daniels ist Cliffords Künstlername.

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"Ich bin mit Donald in seinem Hotelzimmer gelandet"

Laut WSJ sollen Trump und Clifford sich im Juli 2006 bei einem Golfturnier in Nevada kennengelernt haben - ein Jahr nach Trumps Hochzeit mit seiner heutigen Frau Melania und wenige Monate nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Barron. Die Zeitung hatte die Geschichte kurz vor der Wahl schon einmal aufgegriffen. Damals berichtete das Blatt, Clifford habe im Herbst 2016 mit den Verantwortlichen der ABC-Sendung "Good Morning America" über einen Fernsehauftritt zur Affäre verhandelt.

Die New York Times schreibt nun, Clifford habe damals auch mit dem Online-Magazin Slate über ihre Begegnung mit Trump gesprochen. Slate-Chefredakteur Jacob Weisberg sagte, Clifford habe ihm gegenüber eine Affäre mit Trump bestätigt. Sie habe Weisberg später auch einen Entwurf der späteren Geheimhaltungsvereinbarung zukommen lassen, berichtet die Times. Der Kontakt zu Slate und zu ABC brach wenig später abrupt ab.

Für die Begegnung zwischen Trump und Clifford gibt es unterdessen weitere Belege. Das Online-Magazin The Daily Beast zitiert eine andere Pornodarstellerin und damalige Freundin von Clifford, Alana Evans. Zu Evans soll Clifford gesagt haben, Trump und sie seien mehr als nur Freunde. Sie erinnert sich auch ein Gespräch mit ihrer Kollegin, in der Clifford gesagt habe: "Ich bin mit Donald in seinem Hotelzimmer gelandet. Stell ihn dir vor, wie er mich in seinen engen, weißen Unterhosen durchs Zimmer jagt."

Die Geschichte ist auch deswegen pikant, weil Trump am Rande jenes Golfturniers am Lake Tahoe im Juli 2016 auch die Pornodarstellerin Jessica Drake kennengelernt haben soll. Sie gehört zu den mindestens 22 Frauen, die von Trump gegen ihren Willen begrapscht, geküsst und bedrängt worden sein sollen - und dies öffentlich gemacht haben. Mittlerweile redet auch sie nicht mehr über Trump, auch sie soll eine Geheimhaltungsvereinbarung unterschrieben haben.

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