Unesco Ein Streit zu viel

Die USA und Israel verlassen die Unesco.

(Foto: AFP)

Die Austritte der USA und Israels aus der Unesco belegen, dass der Kulturkampf innerhalb der Organisation ein unerträgliches Maß erreicht hat.

Kommentar von Stefan Kornelius

Unesco - das ist nicht nur die freundliche Kulturorganisation, die ihr Gütesiegel auf die Wunderwerke dieser Erde klebt und damit ihre Schutzwürdigkeit belegt. Die Unesco ist auch eine Kampfarena. Auch das ist keine Neuigkeit. Wer unter dem blauen UN-Siegel einen Hort der Völkerfreundschaft und der Kompromisse vermutet, der wird spätestens bei der Sonderorganisation Unesco eines besseren belehrt. Ähnlich wie der UN-Menschenrechtsrat ist die Organisation Schauplatz tiefer politischer Animositäten.

Im Zentrum der Unesco-Scharmützel stehen immer wieder Israel und das Verhältnis zu den Palästinensern, ein latenter Antisemitismus und auch veritable Organisationsdefizite. Die Mängelliste ist lang, wie übrigens bei vielen internationalen Organisationen. Die gerade laufende Wahl eines neuen Generalsekretärs fügt neuen Unmut hinzu.

Die USA haben nun demonstrativ entschieden, diese Defizite allerhöchstens von außen anzuprangern. Wenig später kündigte auch Israel an, auszuscheiden. Eine Reform aus dem Inneren der Organisation heraus scheint unmöglich zu sein. Man kann dies als neuen Beweis für die Zerstörungswut der Trump-Regierung ansehen. Man kann aber auch feststellen, dass der Krug einmal zu viel zum Brunnen gegangen ist. Nun ist er zerbrochen. Der Kulturkampf innerhalb der Organisation hat ein unerträgliches Maß erreicht.

USA und Israel verlassen Unesco

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