Tschetscheniens Machthaber Kadyrow wird vorgeworfen, ein brutales Gewaltregime zu führen - in der ermordeten Journalistin Estemirowa soll er eine "persönliche Feindin" gesehen haben.
Die zeitliche Abfolge wirkt fast zynisch. Nur einige Tage vor der Ermordung der Menschenrechtsaktivistin und Journalistin Natalja Estemirowa veröffentlichte Amnesty International einen Bericht zur Menschenrechtssituation im Nordkaukasus.
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Gibt sich gerne volksnah: Ramsan Kadyrow lässt sich mit einer Folkloretänzerin beklatschen (© Foto: AP)
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Darin trägt die Organisation Berichte über willkürliche Tötungen, Folter und Entführungen in den Republiken Tschetschenien, Inguschetien, Dagestan und Kabardino-Balkarien zusammen. Aufgeführt sind auch Drohungen gegen Menschenrechtler und unabhängige Journalisten.
Die russische Regierung warf daraufhin der Menschenrechtsorganisation vor, die Lage voreingenommen zu betrachten. Die Situation, so ließ das Außenministerium in Moskau verlauten, sei zwar durch ethnische Spannungen sowie kriminelle und extremistische Aktivitäten erschwert, die regionalen Behörden träfen jedoch Maßnahmen um dagegen vorzugehen.
Den Bericht von Amnesty International nannte die Regierung "tendenziös", er ziele darauf ab, "erneut negative Aufregung über die Menschenrechtssituation in Russland im Auftrag gewisser ausländischer politischer Kreise zu schüren", hieß es aus dem Ministerium.
Nur wenige Tage später beweist der Mord an Estemirowa, wie es um die Situation der Menschenrechte in der Region tatsächlich steht. Die 50-Jährige wurde vor ihrem Haus in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny entführt und wenige Stunden später in der Nachbarrepublik Inguschetien ermordet aufgefunden. Zwar ist der Krieg in Tschetschenien beendet, doch geht die Gewalt weiter.
Estemirowa ist nicht das einzige Opfer. Ihr Tod rückt auch die anderen ermordeten Menschenrechtsaktivisten wieder in den Fokus. Estemirowa hat noch vor wenigen Jahren mit der bekannten russischen Journalistin Anna Politkowskaja zusammengearbeitet, bevor diese ermordet wurde.
Politkowskaja belastete Kadyrow
Die mutige Journalistin der regierungskritischen Zeitung Nowaja Gaseta musste sterben, weil sie immer wieder über Menschenrechtsverletzungen im Tschetschenienkrieg berichtet hatte. In ihren Berichten ging es um Verbrechen der russischen Armee und den verbündeten paramilitärischen Gruppen in Tschetschenien.
Politkowskaja schrieb über Raub, Folter und Mord und belastete auch den heutigen Präsidenten der Republik Ramsan Kadyrow. Im Oktober vor drei Jahren wurde die Journalistin von einem Unbekannten im Treppenhaus vor ihrer Moskauer Wohnung erschossen.
Der im November 2008 begonnene Prozess gegen vier mutmaßliche Mittäter vor einem Moskauer Schwurgericht endete im Februar mit einem Freispruch für alle Angeklagten. "Mangel an Beweisen" lautete die Begründung. Der Oberste Gerichtshof Russlands stellte Ende Juni allerdings Verfahrensfehler fest und hob die Freisprüche gegen die Angeklagten auf. Nun muss neu verhandelt werden.
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Mich als gebürtigen Russen( russlanddeutschen) freut, dass wenigstens manche Deutschen, die nicht von Mainstream verblendet sind, über Tscheschenienkrieg Bescheid wissen. Man liest ab und zu solche Kommentare, als ob Putin/ Medvedev Politkovskaja oder wie in diesen Fall Estemirova hochpersönlich umgebracht haben. Für Regierung Russlads gibt es keine Alternative zu Kadyrov ( zumindest momentan ), oder man konnte
dritten Krieg anfangen... Es ist immer lustig zu lesen, wie Taliban als Terrororganisation genannt wird, und die Wahhabiten als Freiheitskämpfer.
Beresowski ist das typische Beispiel für einen skrupelosen "Menschen". Was dieser Mensch alles schon verbrochen hat, können wir uns gar nicht vorstellen. Ich bin manchmal verwundert, warum ihn der russische Staat nicht schon lange beseitigt hat und warum wir in den westlichen Ländern so wenig darüber erfahren. Vielmehr genießt er in England eine sichere Unterkunft und darf weiter gegen Putin und Co. schreien.
Hauptsache gegen Putin, dann blendet man auch gerne die Verbrechen aus.
Europa und vorallem die Deutsche Niederlassung von Amnesty International wie auch die Deutsche Regierung nützen jede Gelegenheit aus, um "den bösen Russen" eins auswischen zu können.
Nicht zuletzt trägt Deutschland und die heutige EU sehr grosse Verantwortung für die Geschehnisse im Kaukasus:
Mit der Anerkennung der Baltischen Staaten als selbständige Nationen hat man den regelrechten Zerfall der Sovjetunion losgetreten und ist somit Gorbatschew regelrecht in den Rücken gefallen. Statt Kontrolle gab es einen Dominosteineffekt.
Das Ziel der Europäer (vorallem der Deutschen und Engländer) war es, in ihrer kolonialistischen Tradition und Manier günstig an die Ressourcen Russlands zu kommen. Dabei war und ist jedes Mittel recht, die zentrale Gewalt in Moskau, die einzige, die beispielsweise für die Einhaltung der Menschenrechte sorgen konnte, zu schwächen.
Als Beispiel sei Grosni genannt: Zu Sovjetzeiten lebten dort über 200'000 Russen. Beim Einmarsch der Russischen Armee in Grosni, was von der Europäischen, allen voran der Deutschen Presse mit ausserordentlicher Vehemenz kritiert wurde, lebten noch 28 (achtundzwanzig!) Russen dort, die andern wurden entweder umgebracht oder vertrieben oder beides. Davon war in der deutschen Presse so gut wie gar nichts zu lesen.
Weiterhin geht die Deutsche Propaganda scharf gegen die Regierung Medwedew und vorher Putin vor, die eigentlich in Russland die notwendige Stabilität bringt. Die Frage ist warum. Klar, weil in einem instabilen Russland die Preise für Rohware wesentlich unter dem Weltmarktpreis liegen und man so ein Afrika II lancieren kann.
Wenn es den Deutschen wirklich um die Menschenrechte ginge, würde man zuerst einmal in Bayern für Recht sorgen müssen.
In Zusammenhang mit Kadyrow ist natürlich auch die Rolle von Putin zu beleuchten, von dem Ex-Kanzler und oberster Gasableser der Nation Gerhard Schröder die Mär vom lupenreinen Demokraten in die Welt setzte.
schreibt doch zu diesem Thema dann wieder, wenn Ihr außer Vermutungen und Annahmen auch Substanzielles zu bieten habt. Ohne all die hätte, könnte, sollte, würde, wäre ganz nett. ;-)
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