Guttenberg in Afghanistan Überraschungsbesuch am Hindukusch

Während Deutschland über die Echtheit seiner Doktorarbeit rätselt, stattet Verteidigungsminister zu Guttenberg überraschend den deutschen Truppen in Afghanistan einen Besuch ab.

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist am Mittwochabend zu einem nicht angekündigten Besuch bei der Bundeswehr in Afghanistan eingetroffen. Guttenberg wolle sich über die Lage der Soldaten informieren, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. An welchem Standort er sich aufhält und weitere Details der Reise sollen erst im Laufe des Donnerstages mitgeteilt werden. Derzeit sind rund 4600 deutsche Soldaten im Norden Afghanistans stationiert.

Verteidigungsminister zu Guttenberg, hier auf einem Archivbild, in Afghanistan.

(Foto: dapd)

Die Reise ist bereits der neunte Besuch des Ministers in Afghanistan seit seinem Amtsantritt Ende Oktober 2009. Im Gegensatz zu seinen früheren Reisen wird der CSU-Politiker diesmal nicht von Journalisten begleitet.

Zuletzt war der CSU-Politiker Mitte Dezember mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an den Hindukusch geflogen. Kurz zuvor hatte er mit seiner Frau und dem TV-Moderator Johannes B. Kerner der Bundeswehr einen Besuch abgestattet, die Opposition warf dem Minister daraufhin mediale Inszenierung vor.

Seit seiner letzten Reise sorgten eine Affäre um geöffnete Feldpost aus Afghanistan und die Umstände des Todes eines Soldaten für Schlagzeilen. Vor dem erneuten Abflug nach Afghanistan waren am Mittwoch Vorwürfe laut geworden, Guttenberg habe bei seiner Doktorarbeit fremde Texte ohne Hinweis auf die Quelle verwendet. Die Universität Bayreuth forderte den Minister zu einer schriftlichen Stellungnahme auf, der CSU-Politiker wies die Vorwürfe als "abstrus" zurück.