Terrormiliz "Islamischer Staat" erobert 21 syrische Dörfer

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" rückt in Syrien weiter vor und erobert mehrere Dörfer an der Grenze zur Türkei. Unterdessen sterben bei US-Luftangriffen auf IS-Ausbildungslager im Nordirak mindestens 25 Menschen.

  • Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) rückt in Syrien weiter vor und erobert 21 mehrheitlich von Kurden bewohnte Dörfer an der Grenze zur Türkei.
  • Bei US-Luftangriffen auf Ausbildungslager des IS im Nordirak sterben mindestens 25 Extremisten.
  • In Australien durchsuchten Hunderte Polizisten Wohnungen und Geschäfte - IS-Sympathisanten sollen zu "demonstrativen Tötungen" aufgefordert haben.

IS-Extremisten erobern 21 syrische Dörfer

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat im Norden Syriens ihre Herrschaft weiter ausgedehnt. Die Extremisten eroberten 21 vor allem von Kurden bewohnte Dörfer an der Grenze zur Türkei. Die Orte rund um die Stadt Ain al-Arab gehören zu einer Enklave, die noch von sogenannten kurdischen Volksschutzeinheiten beherrscht wird. Sollte die Terrormiliz das Gebiet einnehmen, würde sie etwa ein Drittel der mehr als 800 Kilometer langen türkisch-syrischen Grenze kontrollieren.

Die Terrormiliz habe bei ihren Angriffen in der Region Panzer und Artillerie eingesetzt, erklärten syrische Menschenrechtler. Die Stadt Ain al-Arab, die auch unter ihrem kurdischen Namen Kobane bekannt ist, sowie umliegende Dörfer seien eingeschlossen. Die Einwohner könnten nur noch in Richtung Türkei entkommen. Aus Angst vor IS-Massakern seien viele Menschen in benachbarte Gebiete geflohen, hieß es weiter. Die türkische Nachrichtenagentur Dogan sprach von 3000 Flüchtlingen.

Viele Tote bei US-Luftangriffen auf IS-Lager im Nordirak

Unterdessen sind bei US-Luftangriffen auf Ausbildungslager des IS im Nordirak mindestens 25 Extremisten getötet worden. Einwohner berichteten zudem von 20 verletzten IS-Kämpfern. Demnach griffen die US-Kampfflugzeuge die Dschihadisten in Hamman al-Alil rund 25 Kilometer südlich der Anfang Juni von den Extremisten eingenommenen Stadt Mossul an. Die Lager seien völlig zerstört worden. Auf Twitterkonten aus dem Umfeld der IS-Terrormiliz hieß es, die US-Luftwaffe habe insgesamt zehn Angriffe geflogen.

Die Extremisten beherrschen im Norden und Westen des Iraks riesige Gebiete. Die US-Luftwaffe greift seit dem vergangenen Monat regelmäßig IS-Stellungen vor allem im Norden des Landes an. Damit unterstützt sie eine Gegenoffensive, die kurdische Einheiten begonnen haben.

IS ordnete Tötungen in Australien an

Ein Mitglied der Dschihadistengruppe hat nach Angaben der australischen Regierung inszenierte "Tötungen" in Australien angeordnet. Premierminister Tony Abbott sagte, ein Australier, der sich der Gruppe angeschlossen habe, habe derlei Anweisungen an Unterstützer vor Ort gegeben. "Hier geht es nicht um einen Verdacht, sondern um ein Vorhaben", sagte Abbott.

Man habe Hinweise darauf, dass die radikale Miliz "Islamischer Staat" Unterstützer in Australien zu "demonstrativen Tötungen" aufgefordert habe. Mehr als 800 schwer bewaffnete Polizisten waren den Behörden zufolge am frühen Morgen an Razzien in Wohn- und Geschäftshäusern in Sydney und Brisbane beteiligt. Mindestens 15 Personen wurden vorläufig festgenommen.

Mit dem Vorgehen sollten den Angaben zufolge willkürliche Anschläge in der Öffentlichkeit verhindert werden. Der australische Sender ABC berichtete, Gerichtsdokumenten zufolge sollte offenbar ein zufällig ausgewähltes Opfer in Sydney in eine Flagge des IS gehüllt und vor laufender Kamera enthauptet werden.

Die Regierung hatte vor wenigen Tagen erstmals die nationale Terror-Warnstufe auf "hoch" angehoben. Sie hatte auf mögliche terroristische Anschläge von Australiern verwiesen, die im Irak oder in Syrien radikalisiert wurden.

Kritik aus Iran an Nein zu US-Bodentruppen

Der iranische Präsident Hassan Rohani kritisierte die USA für ihre Ablehnung von Bodentruppen im Irak im Kampf gegen den IS. "Haben die Amerikaner Angst vor Verlusten am Boden?", sagte Rohani in einem Interview mit dem US-Sender NBC. Er frage sich zudem, ob es möglich sei, den Terrorismus zu bekämpfen, ohne dass "Mühen" und "Opfer" erbracht würden. Letztlich könne bei allen regionalen und internationalen Konflikten nur derjenige siegen, "der bereit ist, Opfer zu erbringen", sagte der iranische Präsident.

Rohani bezog sich auf Äußerungen von US-Präsident Barack Obama, der im Kampf gegen den IS Bodentruppen im Irak mehrfach abgelehnt hatte. Iran unterstützt den Kampf gegen die radikalsunnitische IS-Miliz. Die öffentlich inszenierten Hinrichtungen von westlichen Geiseln durch den IS stünden im vollen Gegensatz zu den Grundprinzipien des Islam, betonte Rohani weiter. "Das Töten unschuldiger Menschen bedeutet das Töten der gesamten Menschheit", sagte er.

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