Terrorismus Zeitung warnt vor konkreter Terrorgefahr für Deutschland

  • Die Bild-Zeitung berichtet unter Bezug auf das Bundesinnenministerium von einer konkreten Terrorgefahr in Deutschland.
  • Demnach befürchtet das Ministerium Anschläge nach ähnlichem Muster wie in Paris.
  • Innenminister de Maizière erklärt, entgegen der Verlautbarungen der türkischen Regierung sei die Identität des Attentäters von Istanbul noch nicht abschließend geklärt.

Medien berichten von konkreter Terrorgefahr

Das Bundesinnenministerium befürchtet laut einem unbestätigten Bericht der Bild Anschläge in Deutschland nach dem Muster der Pariser Terrorserie vom November. "Deutschland ist erklärtes und tatsächliches Ziel dschihadistisch motivierter Gewalt", zitierte das Blatt aus einem vertraulichen Bericht des Ministeriums zur Sicherheitslage. Als das wahrscheinlichste Szenario gelten demnach "multiple, teilweise über mehrere Tage zeitversetzte Anschläge gegen verschiedene Zielkategorien" mithilfe von Schusswaffen, unkonventionellen Sprengsätzen und Brandbomben. Als mögliche Täter sieht das BMI laut Bericht "Einzeltäter oder autonom agierende Gruppen", die sich vor allem aus aus Syrien zurückgekehrten Kämpfern rekrutierten.

Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass seit 2012 mehrere hundert Deutsche in die Kriegsgebiete im Irak und in Syrien gereist sind. Viele von ihnen sollen anschließend kampferprobt und radikalisiert nach Deutschland zurückgekehrt sein.

Identität des Attentäters von Istanbul nicht gesichert

Ob es sich bei dem Attentäter von Istanbul um ein Mitglied der Terrormiliz des sogenannten Islamischen Staats (IS) handelt, ist nach wie vor unsicher. Auch seine Identität ist nach den Worten von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) noch nicht zweifelsfrei festgestellt. Bei dem Mann sei ein Personaldokument gefunden worden, sagte de Maizière am Mittwochabend in den ARD-"Tagesthemen". "Aber ob das Personaldokument identisch ist mit diesem Mann, ist alles noch Gegenstand der Aufklärung." Deutschland habe vier BKA-Beamte nach Istanbul geschickt, die vollen Zugang zu den Ermittlungsergebnissen bekämen.

Die türkischen Behörden hatten schon wenige Stunden nach dem Anschlag verkündet, der Attentäter sei als 28-jähriger Syrer und Anhänger des IS identifiziert worden. Ministerpräsident Ahmed Davutoglu erklärte dann am Mittwoch vor Journalisten, der Mann sei "als einfacher Migrant" von Syrien in die Türkei eingereist. Er sei nicht wie ein gesuchter Verdächtiger verfolgt worden. Nun würden alle seine Verbindungen untersucht. Fünf Verdächtige sind in der Türkei inzwischen im Zusammenhang mit dem Anschlag in Polizeigewahrsam.

Mitten in der Altstadt von Istanbul hatte sich am Dienstagmorgen ein Attentäter vor einer Reisegruppe in die Luft gesprengt. Zehn Deutsche kamen dabei ums Leben, sieben weitere wurden verletzt. Fünf von ihnen lagen am Mittwoch noch auf der Intensivstation.