Terror in Brüssel "Jeder fing an zu schreien"

  • Nachdem es am Morgen in Brüssel mehrere Bombenexplosionen gegeben hatte, schildern Augezeugen, was sie gesehen haben.
  • Demnach gab es mindestens zwei Detonationen am Brüsseler Flughafen. Erst habe es einen leisen Knall gegeben, dann eine zweite, heftige Explosion.
  • Diese ereignete sich in einem Coffeeshop im Abflugbereich. Das Flughafengebäude soll zum Zeitpunkt der Explosion sehr voll gewesen sein.
Von Jan Schmidbauer

Nach den gezielten Terroranschlägen am Brüsseler Flughafen Zaventem und in der Brüsseler Metro schildern Augenzeugen, was sie gesehen haben.

Ein geschockter Flughafenmitarbeiter sagte dem Fernsehsender BBC, dass die Explosion sich gegen 8 Uhr ereignete. In der Abflughalle sei es zu dieser Zeit sehr voll gewesen. Die Explosion habe circa 50 bis 60 Meter entfernt vom Eingang der Abflughalle stattgefunden.

Der niederländische Reporter Dennis Kranenburg war zufällig am Brüsseler Flughafen. Er berichtete einem niederländischen Radiosender: "Wir kamen gerade an und wollten einchecken. Da war in etwa 30, 40 Meter Entfernung ein riesiger Lichtblitz. Große Brocken von der Decke fielen runter. Jeder fing an zu schreien und die Leute rannten weg."

Die meisten Augenzeugen berichten von zwei Explosionen. So auch ein belgischer Taxifahrer, der heute Morgen am Brüsseler Flughafen stationiert war. Die erste Explosion sei relativ leise gewesen. Wenige Augenblicke später habe es dann einen zweiten, heftigen Knall gegeben.

Blut in den Gesichtern, verstörte Blicke

Simon O'Connor, ein Mitarbeiter des EU-Kommissars Pierre Moscovici, befand sich ebenfalls am Flughafen. Er wollte sich auf den Weg nach Rom machen und stand in einem Flughafen-Parkhaus als er die erste Explosion hörte. Er dachte, der Knall hänge mit den Bauarbeiten am Flughafen zusammen, berichtete er der Financial Times. Er habe sich deshalb weiter auf den Weg zum Terminal gemacht.

Dann der zweite Knall. "Ich lief an den Rand des Parkhauses und sah eine Menge Leute, die verstört guckten." Erst dann realisierte er, was passiert war. "Die ganze Seite des Terminal-Gebäudes war aufgebrochen. Viele Leute hatten Blut in den Gesichtern, verletzte Beine." Zwei andere Augenzeugen berichteten O'Connor, dass sich mindestens eine der Explosionen in einem Café der amerikanischen Kette Starbucks ereignet haben soll.

Das bestätigen auch die Aussagen des Flughafen-Mitarbeiters Tom Doncker, der vom britischen Fernsehen befragt wurde. Die erste, kleinere Explosion habe es im Abflugbereich von American Airlines gegeben. Die zweite in dem Starbucks-Coffeeshop. "Die waren mindestens 100 Meter voneinander entfernt", sagte Doncker.

Explosion in der U-Bahn-Station

Auch in der Metrostation Maelbeek nahe den EU-Institutionen waren am Morgen Detonationen zu hören. Fernsehbilder zeigten Rauch, der aus der U-Bahn-Station aufstieg. Nach bisherigen Erkenntnissen soll es eine Explosion gegeben haben, bei der 15 Menschen zu Tode kamen.

Die Pendlerin Szalay Magali war auf ihrem täglichen Weg zur Arbeit. Sie habe sich gerade in einer Bahn befunden, die in die Station "Schuman" einfuhr, als es die Explosion gab. Diese U-Bahn-Station liegt gleich neben der Station Maelbeek, in der es die Explosion gegeben haben soll.

Magali berichtet gegenüber der Financial Times von einem heftigen Knall, der den Wagen der U-Bahn wackeln ließ. Dann sei das Licht dunkler geworden und das Metro-Personal forderte die Passagiere auf, den Waggon zu verlassen.

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