Westerwelle, AFP

AUSWÄRTIGES AMT: Guido Westerwelle (FDP)

Guido Westerwelle hat nach seiner Vereidigung Kontinuität versprochen - und sich bisher daran gehalten. Mit großem Respekt vor dem Amt ging er seine Aufgabe an. Und mit Elan: Er bereiste in den ersten hundert Tagen mehr als 25 Länder. In Peking versuchte der 48-Jährige sowohl die Interessen der deutschen Industrie als auch die Kritik an der Menschenrechtslage in China zum Ausdruck zu bringen, in Warschau sprach er sich klar gegen einen Sitz für Erika Steinbach im Beirat der Vertriebenenstiftung aus. Auch sein Türkeibesuch sorgte für Aufsehen: Ankara habe, betonte der Minister, nach wie vor eine klare Beitrittsperspektive für die EU. Forderungen aus der CSU nach einem Abbruch der Verhandlungen wies er ebenso zurück wie die von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) befürwortete "privilegierte Partnerschaft" mit der Türkei. In diesem Zusammenhang fiel auch Westerwelles markantester Spruch seiner bisherigen Amtszeit: "Ich bin hier nicht als Tourist in kurzen Hosen unterwegs, sondern als deutscher Außenminister. Das, was ich sage, zählt."

Größere Patzer unterliefen dem Außenminister, der auch in der Afghanistan-Debatte eigene Akzente setzen konnte, auf dem diplomatischen Parkett bisher nicht. Jedoch werfen ihm Kritiker vor, dass ihm zunehmend die Kontrolle über seine Partei entgleite - denn die FDP macht in der Regierung zuweilen eine äußerst unglückliche Figur.

Foto: AFP Text: plin

4. Februar 2010, 13:25 2010-02-04 13:25:00

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