Schelte von Seehofer in der SZ : Der CSU-Chef wettert über das Krisenmanagement der Kanzlerin.
Der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer wirft Kanzlerin Angela Merkel Fehler in der Eurokrise vor und fordert von Finanzminister Wolfgang Schäuble, sich an die Beschlüsse des Koalitionsausschusses zu halten. Das Hilfspaket für notleidende Euroländer will Bayern nur unter bestimmten Bedingungen unterstützen, kündigte Seehofer im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung an.
CSU-Chef Horst Seehofer geht mit Kanzlerin Angela Merkel hart ins Gericht. (© Foto: Getty Images)
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SZ: Tragen Sie am Freitag im Bundesrat das Hilfspaket mit?
Horst Seehofer: Im Moment sieht es so aus. Wir unterstützen die Stabilisierung des Euro, alles andere wäre für Bayern als exportorientiertes Land verheerend. Aber wir wollen unsere Forderungen umgesetzt haben. Wir werden das einfordern. Die Zeit der Absichtserklärungen ist vorbei.
SZ: Die Hilfe ist alternativlos, sagt die Kanzlerin.
Seehofer: Ich sage nicht alternativlos, aber die Alternativen hätte man vor einigen Monaten beschreiben müssen.
SZ: Sie meinen: Die Kanzlerin hätte sie beschreiben müssen.
Seehofer: Das ist Geschichte. Wir hatten Experten von Bundesbank und Währungsfonds im bayerischen Kabinett, die haben dazu einiges gesagt.
SZ: Welche Fehler hat die Bundesregierung bei der Bewältigung der Krise gemacht?
Seehofer: Wir haben alle zu lange der übermäßigen Verschuldungspraxis in den Euro-Ländern zugeschaut. EU-Kommission und EU-Rat.
SZ: Sie stellen also Bedingungen für Ihr Ja zum EU-Rettungsschirm. Und setzen die Kanzlerin damit unter Druck.
Seehofer: Wir wollen, dass der Gesetzentwurf verändert wird. Das deutsche Parlament, vor allem der Haushaltsausschuss, muss immer von der Bundesregierung beteiligt werden, wenn es um die konkreten Garantieerklärungen und um konkrete Kredite an notleidende Länder geht. Das ist mir ganz wichtig. Wir wollen, dass unsere deutsche Regierung, wenn sie in so grundlegenden Fragen auf europäischer Ebene agiert, eine Rückbindung an die Volksvertretung hat.
SZ: Sie wollen der Regierung im Nachhinein Zügel anlegen?
Seehofer: Wir haben über viele Jahre eine Entmündigung des Parlaments in der Europapolitik erlebt. Europa kann nur gelingen, wenn die Vertretung des Volkes in diesen großen Fragen gefragt werden muss - und 148 Milliarden Kreditermächtigung sind eine große Frage.
SZ: Andere Länder kritisieren, dass die Deutschen wieder bremsen.
Seehofer: Deutschland ist der Hauptfinanzier des Rettungsschirms. Die Bevölkerung erwartet, dass sich ihre Volksvertreter nicht entmündigen lassen. Es kommt immer das angeblich überragende Argument: Eine Regierung muss handlungsfähig sein. Aber wo bleibt das Budgetrecht des Parlaments?
SZ: Aber Sie wollen ja noch mehr.
Seehofer: Der zweite Punkt unserer Forderungen betrifft die eigentliche Ursache der ganzen Misere, die Überschuldung der europäischen Staaten, einschließlich der Bundesrepublik. Der EU-Stabilitätspakt ist gescheitert. Er muss wieder funktionsfähig gemacht werden.
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Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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Eeeeendlich sagt ein Ministerpräsident das ,was die Bevölkerung denkt.
Mir wird immer speiübel wenn die Kanzlerin von alternativlos spricht.
Es kommt mir dann immer so vor als wäre nur sie diejenige die alles überschaut im Griff hat - hat sie nicht !
Für die schlampige Arbeit der EU und der Regierungen bei der Aufnahme
der Pleitestaaten in den Euro müssten diese Versager zur Kasse gebeten
werden, aber wir müssen noch mehr blechen und dürfen noch länger arbeiten, möglicherweise soooo lange bis der Tod uns noch vor der Rente
erreicht.
Sieht so ein Politikereid aus ???
Egal of Freund oderr Feind dort regiert,
offenabar ist da einiges noch nicht aufgearbeitet in der Psyche.
Auch die bayerische FDP wurde von Anfang an als Gegner betrachtet obwohl Regierungspartner.
Herr Zeil wäre besser geraten gewesen andere Koalitionärre zu finden.
Mehr Respekt wäre ihm sicher gewesen.
So sehr ich Ihre Einlassungen teile, kann ich diese These nicht unterstützen. Sicher hat das Elternhaus eine starke Part bei der Begleitung der Kinder. Doch die Politik lässt den Eltern immer weniger Zeit sich um Kinder zu kümmern, da inzwischen mehr und mehr beide Elternteile (falls vorhanden) arbeiten müssen um keine Aufstocker im ALG2 zu werden. Und kleinste Errungenschaften dies zu ändern wird nach kurzer Einführung wieder in Frage gestellt. Auch die Bildungschancen sind von der Politik verursacht die in zu vielen Fällen die Null Bock Mentalität sogar begründen können.
Deshalb sind Rücktritte mehr als IN.
Warum hat Herr Seehofer seine Kritik nicht dort vorgebracht, wo sie hingehört? Ins Parlament!! Er hätte Rederecht im Bundestag gehabt. Er war auch im Bundesrat nicht anwesend, obwohl es um ein solch`schicksalhaftes Gesetz (148 Milliarden!!!) zur Rettung unserer Währung geht.
Aber gleichzeitig steht auch das Schicksal des FC Bayern in Madrid auf dem Spiel.
Paging